Aktion Mensch, ABA und der Umgang damit

Ich hatte ja vor kurzem den offenen Brief an die Aktion Mensch verlinkt.

Bei quergedachtes findet ihr alle aktuellen Infos dazu: Ein offener Brief und der lange Weg danach
Und wenn ich es kann, möchte ich ihn gerne bei diesem Weg unterstützen.

Ebenfalls sehr lesenswert finde ich in diesem Zusammenhang den Artikel Austausch von innerwelt.
Insbesondere diesem Absatz stimme ich voll und ganz zu:
„Aber indem wir uns dann wie Furien und Hyänen auf eben diese Menschen stürzen, verfestigen wir doch nur das Bild. Erreichen lediglich nur damit, dass diese ganz schnell wieder gehen und nie wieder mit Erwachsenen Autisten reden wollen. Wenn wir Glück haben. Schlimmstenfalls erreichen wir damit, das sie sich eventuell denken ” ach herrje, das sind erwachsene Autisten, die hatten nie eine Therapie. Lieber ganz früh den Kindern helfen, dass sie so nicht werden..” z.b.
Und schon sind wir da wieder in einer Spirale, aus genau der wir doch die ganze Zeit versuchen herauszubrechen, aber solange wir uns teilweise so benehmen, werden wir niemanden finden, der uns wirklich zuhören wird.“

Ich finde es auch nicht gut, wenn man sich sofort auf Menschen stürzt, die vermutlich eine ehrlich gemeinte Frage haben oder es nicht besser wissen. Aber natürlich bin auch ich nicht davor gefeit und es hängt sicher u.a. davon ab, was man für Erfahrungen gemacht hat. Ein ehrlicher, offener Austausch wäre toll. Nur leider hat der ein oder andere wohl schon zu oft erlebt, dass „Fachleute“ sich nicht für seine Meinung interessieren, weil sie glauben, es besser zu wissen.
Das ist der Punkt, an dem vermutlich jeder Autist sich aufregt – wieso meinen andere, dass ich mich so und so fühlen muss oder auf eine bestimmte Art wahrnehmen/ empfinden… muss? Es macht mich wütend, wenn da vom Gegenüber offenbar keinerlei Interesse gezeigt wird.
Und das fällt für mich dann eben nicht mehr und „ehrlich“.
Meine Therapeutin ist „ehrlich“ im Sinne meiner Definition. Sie sagt, dass sie sich nicht allzu gut damit auskennt, und dass es wichtig ist, dass ich ihr sage, wie ich Dinge sehe und empfinde. Sie interessiert sich dafür, was mir hilft und was ein No-Go ist. Sie akzeptiert meine Therapieziele.
Gerade im Austausch im Internet trifft man aber leider oft auch die andere Spezies.
Und es geht ja gar nicht in erster Linie um mich, wenn ich über ABA, MMS u.ä. schreibe, sondern um Menschen, die sich – im Gegensatz zu mir – nicht selbst wehren können. Und da kann ich dann einfach nicht anders.

Aber dennoch werde ich versuchen, innerwelts Artikel immer im Hinterkopf zu haben.
Denn sie hat absolut Recht – wir sollten gerade Leute, die offenbar ernsthaft Interesse haben (was ganz besonders Eltern sein dürften, die für ihr Kind ja das beste wollen), nicht vor den Kopf stoßen, sondern auf sie eingehen, auf ihre Ängste und Sorgen und Zweifel. Und nicht mit dem „Hammer“ auf sie einschlagen, sobald sie das Wort ABA nur erwähnen.

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Über gedankenkarrussel

zwischen 25 und 35, Christ, naturwissenschaftlich interessiert, Aspergerautistin im Kampf mit der Müdigkeit... (darüber schreibe ich mehr in meinem Blog https://gedankenkarrussel.wordpress.com/ )
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