Ich hasse solche Tage.

Rumsitzen.
Den Bildschirm anstarren.
Irgendwas tun wollen.
Sich leer fühlen.
Im Hinterkopf die To-do-Liste.
Da sind mehrere eigentlich leicht und schnell umzusetzende Punkte drauf.
Aber dafür müsste ich was „tun“.
Eine dreizeilige Mail an eine Freundin schreiben zum Beispiel.
Ich bin müde.
Schlafen geht aber auch nicht mehr.
Ich will irgendwas machen.
Aber bin selbst zum im-Internet-surfen eigentlich zu müde.
Lese mich etwas durch Twitter.
Weiß nichts mit mir anzufangen.
Die To-do-Liste ruft „hallo, ich wüsste was“.
Ich ärgere mich über mich selbst.
Ich will doch eigentlich so vieles machen.
Wenigstens drei Mails schreiben.
Vielleicht was Schönes tun.

Es ist so paradox.
Ich bin innerlich motiviert für verschiedene Dinge.
Aber äußerlich fast erstarrt.
In Gedanken tue ich alles mögliche.
Aber es in Bewegungen umzusetzen, ist fast unmöglich.
Ich finde schon die minimalen Finger- und Handbewegungen beim Tippen anstrengend.
Sollte vielleicht auch mal was essen.
Aber dazu müsste ich ja aufstehen.
Und die drei Meter zur Küche gehen.
Was zu essen aus dem Kühlschrank holen.
Es aus der Packung nehmen und evtl. in die Mikrowelle packen.
Wieder ins Zimmer gehen.
Mich hinsetzen.
Den Arm bewegen, um zu essen.
Das klingt so anstrengend.

Und wie immer, wenn ich in so einer Stimmung bin, stelle ich mir die Frage:
Was ist jetzt die richtige Reaktion?
Soll ich mich zwingen, etwas zu tun?
Weil es mir nicht gut tut, in dieser Stimmung zu verharren?
Auch wenn es tierisch Kraft kosten wird?
Oder ist es besser, einfach irgendwie den Tag verstreichen zu lassen?
In der Hoffnung, dass es morgen dann besser ist?

Ich hasse solche Tage.

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Über gedankenkarrussel

zwischen 25 und 35, Christ, naturwissenschaftlich interessiert, Aspergerautistin im Kampf mit der Müdigkeit... (darüber schreibe ich mehr in meinem Blog https://gedankenkarrussel.wordpress.com/ )
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8 Antworten zu Ich hasse solche Tage.

  1. autistanbord schreibt:

    Ich würde den Tag einfach freinehmen, die To-Do-Liste einfach vergessen für heute und was machen, das mir guttut… in meinem Fall wäre das z. B. so richtig lang in ein heißes Bad legen und einfach entspannen.

    • gedankenkarrussel schreibt:

      Baden scheitert an der nicht vorhandenen Badewanne^^
      Die To-do-Liste ist gerade (leider) auch nicht mein größtes Problem… ich kann mich ja gerade noch nicht mal für irgendwas total Entspannendes wirklich aufraffen… aber ich habe es tatsächlich gerade geschafft, eine Mail zu schreiben, und sitze an der zweiten :-).
      Vielleicht gibt mir das ja den nötigen „Kick“, um aus diesem totalen ich-fühle-mich-bewegungsunfähig-Loch rauszukommen.

  2. insideaut schreibt:

    Danke. Mir geht es gerade ganz genauso. Und es stehen wirklich wichtige Dinge auf der To-Do Liste (z.B. die Bachelorarbeit schreiben). Ich fühle mich kraftlos und gleichzeitig getrieben. Muss irgendwas tun, finde aber keinen Anfang, weil es so anstrengt. Stattdessen gehe ich im Kopf spazieren, habe aber schon nach kurzer Zeit genug von den imaginären Menschen. Nehme mir alles mögliche vor, motiviere mich, doch dann bleibe ich erschöpft von den Gedanken starr. Ich hasse solche Tage auch sehr.

  3. spacepain schreibt:

    Kenne ich nur zu gut. Der Tag ist komplett geplant und die Motivation ist auch da, nur der kleine Schubs fehlt. Das Aufstehen, die Aktion, das Rad zum Rollen bringen.
    Viele sagen dann immer man fängt mit dem leichtesten an und arbeitet sich hoch, aber mir fällt es persönlich einfacher das schwerste zuerst zu machen, sich zusammen zu reißen und es einfach anpacken. Danach geht der Rest zwar nicht „von alleine“ aber es geht schon ein bisschen einfacher 😉

    Es hilft auch eine gute Freundin/einen guten Freund anzurufen und gleichzeitig ein paar Aufgaben zu erledigen. Geteiltes Leid ist halbes Leid.

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