Verpeilt und desorientiert

Manchmal geht das so durcheinander.

Freitag habe ich vier Bananen gekauft. Dachte ich zumindest.
Am Abend dann eine gegessen.
Samstag gehe ich in die Küche und denke „hä, wieso sind da noch vier Bananen?“
Hab ich doch keine gegessen?
Hm, die Bananenschale lässt vermuten, dass ich eine gegessen hab…
Klar ist das nicht schlimm, aber ich war wirklich felsenfest überzeugt, dass ich vier Bananen gekauft hatte und nicht fünf.

Heute ging ich aus dem Haus und fragte mich nach ein paar Minuten, ob ich meine morgendlichen Tabletten eigentlich genommen habe.
Ich wusste noch, dass ich beim Haarewaschen dachte „Mist, du wolltest sie vorher nehmen“, aber ob ich sie danach genommen habe – keinen blassen Schimmer.
(Schlussendlich hatte ich sie genommen, wie das leere Dosett beim Zurückkommen bewies.)

Anstrengender finde ich aber momentan die Desorientiertheit, die gelegentlich plötzlich da ist.
Besonders, wenn ich alleine unterwegs bin und irgendwo warten muss, z.B. an der Kasse im Supermarkt.
Ich schreibe extra „desorientiert“, weil „orientierungslos“ noch weniger passt.
Ich weiß in dem Augenblick genau, wo ich bin, wer ich bin und wo ich hin will (und auch, wie ich da hinkomme).
Ich habe aber das Gefühl, nicht zu wissen, wo oben und unten ist.
Als ob ich gleich hinfalle, aber nicht wegen Kreislaufproblemen.
Das fühlt sich äußerst merkwürdig an und ich hatte das früher auch nie.
Keine Ahnung, wo das herkommt, an Medikamenten wurde nichts geändert – wohl mal wieder einfach meine merkwürdige Psyche…
In meiner Wohnung hatte ich das zumindest bislang nie so.
Auf jeden Fall stehe ich dann so da, halte mich nach Möglichkeit irgendwo unauffällig fest und balanciere (gefühlt) innerlich mein Gleichgewicht aus.
Das Festhalten hilft mir, dass ich oben und unten wieder klar(er) bekomme.
Aber trotzdem möchte ich dann nur schnell wieder nach Hause.
Und mich irgendwohin in die Sicherheit verkriechen.

Aber vielleicht ist das alles auch nur eine Folge davon, dass mein Körper wieder mal seine eigenen Ansichten zum Thema „Schlafen“ und „Müdigkeit“ hat. Mein Tagesablauf dreht sich gerade nur noch um ausreichende Pausen und Schlafzeiten…

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Über gedankenkarrussel

zwischen 25 und 35, Christ, naturwissenschaftlich interessiert, Aspergerautistin im Kampf mit der Müdigkeit... (darüber schreibe ich mehr in meinem Blog https://gedankenkarrussel.wordpress.com/ )
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