Einschränkungen akzeptieren

Ist das jetzt sinnvoll oder nicht, pragmatisch oder pessimistisch, „erlaubt“ oder „verboten“?
Es ist auf jeden Fall bei mir in der Therapie immer mal wieder Thema. Momentan „drehen“ wir uns diesbezüglich ziemlich im Kreis und daher habe ich vorgeschlagen, dass wir das Thema doch mal systematisch angehen. Mein Problem ist nämlich, dass ich jede Menge widersprüchliche Gedanken zu diesem Thema im Kopf habe. Also habe ich mal in einer Art Brainstorming alle Gedanken aufgeschrieben. Heraus kam zwar eine Art „Spinnennetz-Mindmap“, aber die Querverbindungen sind noch halbwegs übersichtlich.
In der Therapie haben wir dann noch verschiedene Modi zugeordnet. In dem Schema, was wir verwenden, gibt es:

  • Kindmodi: 1) glückliches Kind – 2a) vulnerablen sowie 2b) wütenden Kindmodus
  • dysfunktionale Elternmodi: 1) strafend und 2) fordernd
  • den gesunden Erwachsenen
  • Bewältigungsmodi: Unterwerfung, Vermeidung, Überkompensation

Sozusagen als „Unter-Modus“ bei der Vermeidung gibt es noch den „klagsamen Selbstschutzmodus“. Mir über dessen Charakterisierung und seine Vor- und Nachteile noch weitere Gedanken zu machen, ist jetzt meine Hausaufgabe^^

Schlussendlich kam dann mit meinem Brainstorming zum Thema „Einschränkungen akzeptieren“ und der Zuordnung der Modi heraus (die Punkte sind in der Reihenfolge wie sie mir einfielen):

  1. Hilflosigkeit/ Machtlosigkeit wahrnehmen (u. akzeptieren) -> Kontrollverlust [vulnerables Kind]
  2. „Es wird sich nichts ändern.“ [klagsamer Selbstschutzmodus (eher resignativ)]
    mit Unterpunkt 2b: „Du bist ja nur zu faul, um an dir zu arbeiten“ [fordernder Elternmodus]
  3. „ich will das aber nicht“/ „ich will das aber schaffen“ [wütendes Kind]
  4. davon, dass ich Einschränkungen nicht akzeptiere (oder sie sogar bekämpfe), gehen sie auch nicht weg [gesunder Erwachsener (eher pragmatisch)]
  5. Ich bin eine Last für andere (Eltern, Gesellschaft…)  [klagsamer Selbstschutzmodus]
  6. Hilfe benötigen und ggf. dafür kämpfen, sie zu bekommen [da sind wir noch nicht ganz sicher – entweder „vulnerables Kind“ oder „gesunder Erwachsener“]
    mit Unterpunkt 6a: Angst, was wird, wenn ich sie nicht mehr habe (Therapie, Betreuung)? [vulnerables/ ängstliches Kind]
  7. Zukunftsangst „wie geht es weiter?“ (Job, hier in der Stadt bleiben wollen) [vulnerables/ ängstliches Kind]

Dass sich 2a und 4. sowie 1. und 3. irgendwie widersprechen, ist mir durchaus klar.

Ich tue mich äußerst schwer mit dem Akzeptieren, weil besonders die Punkte 1. bis 3. sehr stark sind, dagegen aber aus Erfahrung 4. steht: Egal, wie oft ich „gegen eine Wand anrenne“, bleibt die doofe Wand leider trotzdem stehen…
Nur ist halt die Frage, was wirklich „unverrückbare Wände“ sind und wo ich vielleicht doch etwas tun könnte. Und bevor ich das nicht herausgefunden habe, werde ich aus dieser Gedankenmühle auch nicht rauskommen und auch keine Einschränkungen akzeptieren können – auch nicht die, an denen ich tatsächlich nichts ändern kann.

Allerdings habe ich ziemliches Glück mit meinem Umfeld, denn die meisten Leute können da besser mit meinen Einschränkungen umgehen als ich selbst^^
Wobei ich in letzter Zeit schon recht gut darin war, mir selbst auch zuzugestehen, dass etwas zu viel ist, und die entsprechenden Konsequenzen zu ziehen. Also so ein bisschen besser als früher zumindest… 😉
Dass ich dieses Semester genau gar nichts für mein Studium geschafft habe, verdränge ich mal.

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Über gedankenkarrussel

zwischen 25 und 35, Christ, naturwissenschaftlich interessiert, Aspergerautistin im Kampf mit der Müdigkeit... (darüber schreibe ich mehr in meinem Blog https://gedankenkarrussel.wordpress.com/ )
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2 Antworten zu Einschränkungen akzeptieren

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