Silvester

Silvester habe ich in Unialt-Stadt verbracht und mit den Jugendlichen und jungen Erwachsenen aus meiner dortigen Gemeinde gefeiert.

Inzwischen sind ja wirklich alle, die von meiner Diagnose wissen, sehr bemüht, mich zu unterstützen.

So kommt schon vorher jemand aus dem Planungsteam auf mich zu und beschreibt mir den Abendablauf. Zumindest so weit, wie sie kann. Wir werden in Gruppen eingeteilt, die sich noch Namen geben müssen und außerdem einen Beitrag zum Programm liefern sollen. Sie hat extra geschaut, dass ich einige von den Leuten aus meiner Gruppe kenne. Was sie natürlich kaum in der Hand hat, sind die Beiträge der Gruppen. Leider hat meine Gruppe sich schlussendlich entschieden, dass wir die Figuren aus einer Comicserie darstellen und ein paar Lieder daraus singen könnten. Leider waren Comics noch nie so meins, entspechend wenig kenne ich da. Ganz gerne habe ich Asterix und Lucky Luke und ein paar der älteren LTB gelesen, außerdem die kurzen Hägarstreifen in unserer Tageszeitung. Als Film gesehen habe ich noch weniger. Und zumindest die Songs dieser Serie kenne ich gar nicht – laut den anderen waren das „Schulhofhits“. Mein Nichtkennen dürfte in diesem Fall allerdings gar nicht so sehr von meinen fehlenden Kontakten zu anderen herrühren, sondern eher von meinem Alter – als die Serie populär wurde, war ich schon an der Uni … auch zwei andere, die etwas älter als der Rest waren, kannten sie nicht.
Und dann wollten sie das Zeug auch noch tanzen. Ich kann nicht tanzen. Mir fehlt da total die Koordination und ich kann mir auch solche Abläufe nur schwer merken. Und sehe beim Tanzen dann aus wie Pinocchio beim Bund…
Immerhin konnte ich mich dann in die Rolle der äußerst konservativen Tante „retten“ und musste somit nicht tanzen.

Ich fand die Situation echt schwierig – ich wollte eigentlich kein Spielverderber sein, aber ich konnte mit der Idee echt nichts anfangen. Ich fand sie ziemlich doof und zum Thema passt sie meiner Meinung nach auch nicht. Die anderen waren der Meinung, das genau das lustig sei.
Ich hätte natürlich die ganze Veranstaltung sein lassen können, aber das wollte ich eben auch nicht.

Abends hatte ich dann kurz ein schlechtes Gewissen, als die Tischordnung bei vielen für etwas Verwirrungsorgte – eine andere Anordnung wäre logischer gewesen aber dann hätte ich nicht am Rand sitzen können, was ich aber wegen „Fluchtmöglichkeit“ und vor allem Geräuschpegel wollte. Und was dann ganz selbstverständlich berücksichtigt wurde.

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Über gedankenkarrussel

zwischen 25 und 35, Christ, naturwissenschaftlich interessiert, Aspergerautistin im Kampf mit der Müdigkeit... (darüber schreibe ich mehr in meinem Blog https://gedankenkarrussel.wordpress.com/ )
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