Welcome back. Nicht. (Oder auch: Egal.)

Egal.
Alles scheint so egal zu sein.
Was bringt das alles?
Der Alltag ist Stress.
Was hab ich davon, wenn ich das Studium irgendwann fertig hab?
Kann ich dann überhaupt arbeiten?
Egal. Aber warum mach ich mir dann überhaupt die Mühe?
Nur was soll ich sonst machen?
Das Studium hinschmeißen?
Was dann?
Es ist mir so egal.
Dann hocke ich nur noch in der Wohnung, denn zu irgendwas aufraffen würde ich mich ja eh nicht.
Eigentlich nervt mich das Chaos in der Wohnung, aber mich aufraffen? Nö.
Ich nehm es mir zwar immer mal wieder vor, aber weit komme ich nicht.
Ich sammle vielleicht ein paar Dinge vom Boden auf und lege sie auf den Tisch.
Lege ein paar rumfliegende Hosen zusammen.
Nach 5 Minuten ist Schluss.
Ist doch egal, wie es hier aussieht.
Ich komme vom Bett bis zum Schreibtisch, wo ich sinnlos die Zeit im Internet und mit Spielchen vertue.
Ich war fast die gesamten Semesterferien mehr oder weniger krank mit meiner Dauerbronchitis.
Irgendwie habe ich in den letzten Wochen die Kraft aufgebracht, immerhin einen Teil der Prüfungen zu machen.
Nicht alle.
Darüber war ich eine Weile frustriert, aber mittlerweile ist es mir ziemlich egal.
Bin ich halt dauerkrank, mach ich halt die Prüfungen nicht.
Was soll’s.
Bald geht die Uni wieder los, wie soll das werden?
Es ist mir eigentlich egal.
Aber es kann mir nicht egal sein, denn ich muss mich aufraffen.
Keine Ahnung, wie ich das schaffen soll.
Ich habe mitbekommen, dass Welt-Autismustag ist.
Wollte ja gern was schreiben.
Aber was?
Keine Kraft, keine Motivation, mir ist alles egal.
Ich habe Hunger, aber keine Lust, was zu essen zu machen.
Gelegentlich gibt es ein Fertiggericht.
Eigentlich habe ich sonst gern mal was selbst gekocht oder gebacken.
Die Dosen standen jahrelang im Regal.
Und jetzt ist mir das total egal.
Wenn der Hunger zu groß wird, suche ich halt was Essbares.
Ich bin gefühlsmäßig abgestumpft.
Schöne Dinge – na von mir aus, ist ja ganz nett.
Nicht so schöne Dinge – na von mir aus, müsste aber eigentlich nicht sein.
Wenn es richtig blöd ist, ist es mir nicht mehr egal, dann werde ich vielleicht auch mal wütend.
Z.B. wenn eine gewisse Behörde der Meinung ist, dass ich kaum eingeschränkt bin.
(Schön wär’s!!!)
Zumindest diesbezüglich muss ich mich also zusammenreißen, Bescheinigungen sammeln usw., um den Widerspruch zu schreiben.
Über diesen Blogbeitrag denke ich schon lange nach.
Aber mich aufzuraffen und ihn zu schreiben, habe ich nicht geschafft.
Auch jetzt, wo ich es schreibe, fühlt es sich so egal an.
Hätte nie gedacht, wie viel Kraft es kosten kann, zu tippen, sich einzuloggen, einen Artikel einzustellen…
Ideen, wie in Hadern beschrieben, scheinen so unrealistisch.
Was bringt es, damit aufzuhören?
Wie macht man das überhaupt?
(Wobei „Hadern“ aktuell nicht das passende Wort ist… im Gefühl „mir ist alles egal“ festsitzen, ist vielleicht treffender.)
Sich zu überlegen, was Leute mir schon Nettes oder Hilfreiches gesagt haben – wozu?
Wieder mal was malen? Was denn? Das Blatt grau in grau einfärben?
Für schwarz wie damals ist mir alles schon wieder viel zu egal.
Und überhaupt, den Block holen, die Stifte… zu viel Aufwand.
Zu unwichtig. Zu egal.

Es gibt weniges, was mir nicht egal ist.
Vor allem die Tatsache, dass alles mir egal ist.
Klingt paradox, ich weiß.
Ist es wohl auch.
Aber Gefühle sind halt nicht immer logisch.
Ich lese andere Blogs, denke „ja, genau so“ oder würde gern einen Kommentar schreiben, denn eigentlich sind mir die Leute nicht egal oder ich will sagen „ja, genau so!“
Aber ich schaffe es nicht.
Ich will nicht, dass mir alles egal ist!
Ich will nicht, dass es wieder so eine lange dunkle Phase wird wie die, die ich schon hatte.
Ich will so nicht leben, aber ich bringe es auch nicht fertig, mein Leben zu beenden.
An dem Punkt war ich ja schon.
Lass mich in Ruhe, Leben!
Ich fühle mich aktuell ähnlich.
Nur mit dem kleinen Unterschied, dass der Medikamentenwechsel stattgefunden und durchaus was gebracht hat.
Das macht mir wenig Hoffnung, was will man jetzt schon noch machen.
Ich will einschlafen und nie wieder aufwachen.
Oder zumindest ganz lange nicht.
Erst, wenn es wieder besser ist.

Klar, der Verstand sagt „damals wurde es auch irgendwann besser“.
Ich bin nicht allein, ich habe eine gute Therapeutin und einen guten Arzt (nur zaubern können die auch nicht).
Ich weiß, was Symptome einer Depression sind.
Ändert nichts daran, dass ich alles grau und hoffnungslos finde.
Depressionen sind sch….

Treffend geschrieben finde ich übrigens auch den Artikel Du kannst so nicht weitermachen von frauvondorf.

(Bitte keine Sorgen machen, dass ich was Dummes tu… mal abgesehen von den diversen anderen Gründen ist mir selbst dazu alles viel zu egal.
Und falls jemand sich fragt, wieso der Titel so lautet: Eigentlich waren die letzten 1,5 Jahre weniger von Depressionen geprägt. Es gab schlechtere Phasen, aber die waren überschaubar und lange nicht so intensiv wie aktuell. Und ich habe die Depression wirklich so gar nicht vermisst…)

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Über gedankenkarrussel

zwischen 25 und 35, Christ, naturwissenschaftlich interessiert, Aspergerautistin im Kampf mit der Müdigkeit... (darüber schreibe ich mehr in meinem Blog https://gedankenkarrussel.wordpress.com/ )
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5 Antworten zu Welcome back. Nicht. (Oder auch: Egal.)

  1. Amy schreibt:

    Ach man… Ich habe vor ein paar Tagen noch an dich gedacht und gehofft, dass du einfacha so beschäftigt bist mit Leben und glücklich sein, dass du gar nicht zum bloggen kommst 😉 Schade, dass du auch wieder in die Depression gerutscht bist. Ich kann so gut nachvollziehen, was du schreibst.

    Aber immerhin hast du ja schon eine tolle Therapeutin, ich hoffe sehr, dass sie dir helfen kann bald den Weg da heraus zu finden 🙂 Die Rückfälle in die Depression sind so perfide, so gemein und schwer auszuhalten…

    • gedankenkarrussel schreibt:

      Depressionen sind einfach nur fies… ich versuche halt, mich daran zu klammern, dass es irgendwann auch wieder aufwärts geht… und bin wirklich froh, dass ich wenigstens die Therapeutin hab.

  2. Anita schreibt:

    Liebes,

    ich wünsche Dir Wut auf das Egal.

    • gedankenkarrussel schreibt:

      Die kommt gelegentlich – aber wirklich sehr gelegentlich. Es gibt so Momente, wo ich mich dann doch wieder darüber ärgere, dass ich mich jetzt auch noch mit einem Widerspruch befassen muss, oder wo ich einfach wütend auf das ganze Leben bin…

      • Anita schreibt:

        Du darfst mir gerne den Widerspruch zur „Ansicht“ schicken. Vielleicht habe ich ja noch eine Idee.

        Da wir gerade Ferien haben, ist mein Kopf etwas „freier“. Und für „Andere“ ist es einfacher, als für mich selber.

        LG Anita

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