Hadern

Ich hadere öfter. Mit Gott, der Welt, dem Schicksal… ich glaube, im Prinzip ist es sogar erstmal zweitrangig, mit wem (oder was) man hadert. In meinem Fall ist es zwar meist Gott, aber der Ansatz, den ich vor kurzem bekommen habe, lässt sich durchaus übertragen:

Ich hatte mit einer Seelsorgerin (nennen wir sie mal Linda ;-)) darüber gesprochen, dass ich oft mit Gott hadere, und aber denke, dass das a) nicht richtig ist und b) mich nicht wirklich weiter bringt. Aber ich bin halt oft frustriert, wenn ich daran denke, dass ich manche Probleme wohl immer haben werde…
Ihre Aussage: a) es ist durchaus ok, aber b) du hast Recht, es bringt dich auf Dauer nicht weiter. Sie hat selber eine chronische (organische) Erkrankung, die sie immer wieder einschränkt. Sie versucht es so, dass sie sich sagt „Hadern und Jammern ist ok, das darf ich jetzt für [z.B.] 1 Stunde, aber danach ist auch wieder Schluss – liebes Hadern, wir treffen uns dann morgen zur selben Zeit wieder für eine Stunde“.
Den Ansatz finde ich eigentlich ziemlich gut, weil ich damit dem Frust und allem Raum geben darf und ihn nicht einfach verdränge (selbst wenn ich sage „für heute ist Schluss“, ist aber eben klar, dass ich ihn nicht auf ewig ignoriere, sondern eben morgen wieder frustriert sein und motzen „darf“), aber auch mich nicht ausschließlich im Kreis um meine Probleme drehe.
Ich hatte noch nicht wirklich Gelegenheit, es auszuprobieren, und es ist mir auch klar, dass das wohl kaum auf Knopfdruck funktionieren wird. Auch Linda sagte mir gleich, dass sie selbst es nicht immer schafft (und sie „übt“ sicher schon eine Weile…).

Dennoch ein „ausprobierenswerter“ Ansatz, wie ich finde.

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Über gedankenkarrussel

zwischen 25 und 35, Christ, naturwissenschaftlich interessiert, Aspergerautistin im Kampf mit der Müdigkeit... (darüber schreibe ich mehr in meinem Blog https://gedankenkarrussel.wordpress.com/ )
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Eine Antwort zu Hadern

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