Gründlicher Arzt und Valdoxan

An sich ja gut, nur war ich etwas überrascht und heute passte es nicht so ganz in meine Pläne – gut, für die Zukunft weiß ich es ja jetzt. War wohl Zufall, dass die Situation in der Zeit hier noch nicht aufgetreten ist.

Ich nehme jetzt seit 2 Wochen das Valdoxan (Agomelatin). Das war ein Vorschlag aus Freiburg, und ich wollte es gern mal ausprobieren, denn:
1. soll die Nebenwirkung „Gewichtszunahme“ weniger sein und
2. es erschien mir auch sinnvoll, den Versuch zu starten, da Agomelatin ein Abkömmling vom Schlafhormon Melatonin ist und es bei mir ja gerade um die müdemachende Nebenwirkung geht.
Der Arzt war nicht sooo überzeugt, weil er meinte, dass zwar die Nebenwirkungen wohl weniger wären, aber auch die Wirkung schlechter sei. Da ich es aber gern ausprobieren wollte, hat er zugestimmt – ich habe auch gleich gesagt, dass ich es als Versuch sehe, und ja notfalls wieder zum Mirtazapin zurück gehen könnte, mal davon abgesehen, dass es eben gerade nicht um die antidepressive Wirkung geht.
Somit haben wir ausgemacht, dass ich es 4 Wochen probiere (im Idealfall), wobei ich mir offengehalten habe, ggf. schon früher den Versuch abzubrechen, wenn es keine Wirkung zeigt, weil ich mir das gerade am Semesterende/ Klausurenphase nicht wirklich leisten kann.
Daher habe ich auch erstmal ein Rezept für N1 bekommen.
Bei dem Termin dachte ich auch schon irgendwie „misstrauischer/ gründlicher Arzt“ – er hat darauf bestanden, aktuelle Leberwerte zu bekommen (auch damit, dass er überhaupt was zu dem Thema gesagt hat, hat er ja vor ein paar Monaten bei mir schon Punkte gemacht, nachdem ich außer in der Klinik nie von einem Arzt drauf angesprochen wurde…) und diese auch auf der Stelle selbst zu machen; beim letzten Mal reichte ihm die Aussage, dass sie wegen der Narkose bei den Weisheitszähnen eh gemacht wurden und ok waren. Mir ist ja im Prinzip egal, wer mir das Blut abzapft, und ich habe inzwischen auch kein Problem mehr damit – hätte es nur praktischer gefunden, zu meinem Hausarzt zu gehen, weil er dann auch den TSH gleich hätte bestimmen können.
Ich hatte so den Eindruck, dass er mir da etwas misstraut (also dass ich sage „ja, ja“ und dann nicht gehe), auch wenn er gesagt hat, dass er so die Werte schneller hat. Wahrscheinlich wäre es schlussendlich tatsächlich auch zu aufwendig, bei jedem Patienten im Blick zu behalten, ob die Werte vom Hausarzt jetzt kamen oder nicht – und dass es Patienten gibt, die nicht hingehen würden, glaube ich durchaus.

Aber so wirklich „gründlicher Arzt“ dachte ich diese Woche, als ich ein neues Rezept fürs Agomelatin holen wollte. Ich hatte ja nur für 2 Wochen Tabletten und wollte erstmal ausprobieren, ob ich den Versuch weitermache, von daher wollte ich nicht schon letzte Woche Donnerstag hin. Deshalb und vor dem Hintergrund „sollte mir das Agomelatin ausgehen, kann ich ja notfalls nochmal was vom Mirtazapin nehmen“ habe ich ausnahmsweise meine Regel „hole nie, nie, niemals ein Rezept erst an dem Tag, wo du das Medikament brauchst“. Ich habe mal wieder festgestellt, dass sie durchaus Sinn macht… zumal es ja neben Unwägbarkeiten in der Arztpraxis auch noch die Möglichkeit gibt, dass die Apotheke es erst bestellen muss.
„Hallo, ich bräuchte ein Rezept für’s Valdoxan.“
„Hm… Herr Doktor hat ein längeres Gespräch und wir machen gleich zu.“
„Ok, kann ich es dann heute Nachmittag abholen?“ (ich dachte, es ginge um die Unterschrift)
„Ja, da müssen Sie heute Nachmittag wiederkommen, ab x Uhr ist Herr Doktor da.“
„?“
„Das erste Rezept im Quartal ist mit Arztkontakt.“
„?!? – das hab ich ja noch nie erlebt.“ (und ich habe in den letzten Jahren etliche Ärzte kennengelernt…)
„Hier ist das so.“
Na schön, ich komme dann später wieder… hab offenbar zufällig immer auch einen Termin gehabt, wenn ich in einem neuen Quartal ein Rezept brauchte.
Ich finde es eigentlich echt gut, dass er da so gründlich ist, denn er verschreibt ja nicht so ganz harmlose Medikamente und es gibt ganz sicher Leute, die Medikamente missbrauchen, nicht regelmäßig kommen usw., und sich nur immer die Rezepte holen (wollen).
Das zeugt schon von Verantwortungsbewusstsein, ich habe da schon anderes gehört…
Dennoch ist es für mich ein etwas starres System, denn in meinem Fall war ich in den letzten Tagen des letzten Quartals da (vorletzte Woche), habe den nächsten Termin Ende Juli und bin bisher auch bei jedem Termin brav aufgekreuzt. Wirklich was erzählen kann ich ihm da heute nicht…
Aber wahrscheinlich würde es auch hier wieder irgendwie den Rahmen sprengen, da bei jedem Patienten einzeln nachzuschauen :-?.

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Über gedankenkarrussel

zwischen 25 und 35, Christ, naturwissenschaftlich interessiert, Aspergerautistin im Kampf mit der Müdigkeit... (darüber schreibe ich mehr in meinem Blog https://gedankenkarrussel.wordpress.com/ )
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