Autismus, Impfungen und SSPE

Ich habe ja schon im vorletzten Artikel ein paar Sätze zu Impfungen geschrieben. Ein Danke auch ka, die einen Kommentar mit ein paar Infos geschrieben hat.

Nachdem das Thema „Impfpflicht“ gerade mal wieder aktuell ist und im Blog eines Kinderarztes in einer Diskussion mal wieder das beliebte Thema „Impfungen lösen Autismus aus“ auftauchte, möchte ich doch noch mal Stellung dazu nehmen. Man kann es ja wohl nicht oft genug sagen.
Ich fasse mal die wichtigsten Aussagen zusammen, die ich unten dann näher ausführe:

  1. Die vielzitierte Studie von Andrew Wakefield: Es wurden ganze 12 Kinder untersucht, der Autor hatte mit sehr großer Wahrscheinlichkeit finanzielle Interessen, es ging nur um die MMR-Impfung und das Ergebnis war, dass sich kein Zusammenhang beweisen lässt! Dennoch wurde geraten, eher die Einzelimpfstoffe zu verwenden.
  2. Die Impfungen wurden im Laufe der Zeit weiterentwickelt, bspw. ist das umstrittene Thiomersal (Quecksilberverbindung) in den meisten Kinderimpfstoffen gar nicht mehr drin. Von vielen anderen (Schad-)Stoffen nimmt man über die Haut und die Nahrung viel mehr auf.
  3. Kommt es zu einer heftigen Reaktion auf Grund der Erreger, dann wäre eine „echte“ Infektion vermutlich noch viel schlimmer verlaufen. Ähnliches gilt für die Aussage „Kind wurde trotz Impfung krank“ (z.B. bei Keuchhusten oder Windpocken relativ häufig), meist verläuft die Infektion zumindest deutlich harmloser als ohne Impfung.
  4. Es gibt dramatische Beispiele für (anerkannte) Impfschäden und genauso für die Folgen von Kinderkrankheiten. Es ist schwer, neutrale Zahlen zu finden, aber meiner Meinung nach ist das Risiko der Impfung wesentlich geringer.
    Selbst wenn es ein Risiko für das Auslösen von Autismus oder ADHS gäbe, würde ich dieses Risiko eher in Kauf nehmen als die Gefahr, dass mein Kind oder ein anderes an SSPE stirbt.
  5. Kinderkrankheiten sind nicht immer harmlos, es kann gravierende Folgeschäden bis hin zu bleibenden Behinderungen jeder Art geben – und bis hin zum Tod nach einer akuten Enzephalitis oder der chronischen (immer tödlich verlaufenden) SSPE.
  6. Ich habe eine gewisse Verantwortung für die Menschen um mich rum. Ungeimpfte Menschen – auch die Impfverweigerer – profitieren vom „Herdenschutz“, da die meisten Menschen um sie rum geimpft sind.
  7. Kinder reifen angeblich beim Durchmachen von Kinderkrankheiten: Mein (potentielles) Kind soll lieber an anderen Erkrankungen reifen, wenn das denn überhaupt so ist…
  8. Darum: Lasst eure Kinder doch bitte wenigstens gegen Tetanus, Diphterie, Polio und Masern impfen – in ihrem eigenen Interesse und dem ihres Umfelds.
  1. Die „Studie“ von Andrew Wakefield:
    Es ist bislang unklar, wodurch Autismus genau ausgelöst wird (vermutlich kommen genetische Disposition und wie auch immer geartete Auslöser/ Trigger zusammen), aber Impfungen sind es mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit nicht.
    Die immer angeführte Studie von Andrew Wakefield dreht sich ausschließlich um die MMR-Impfung, umfasst ganze 12 Fälle (als Zusatz steht allerdings drunter, dass später noch weitere 40 untersucht wurden) und kam zum Ergebnis, dass man keinen kausalen Zusammenhang findet („We did not prove an association between measles, mumps, and rubella vaccine and the syndrome described.“). Der Autor empfahl dennoch, lieber Einzelimpfstoffe zu verwenden. Kleine Anmerkung am Rande: Wenn das stimmt, was im Netz so steht, dann hat er selber ein Patent auf einen Masern(einzel)impfstoff… nebst diversen Unterstützungen von Lobbyisten… wobei er selber das natürlich abstreitet.
    Daneben wurde wohl auch wohl auch unsauber bzw. bewusst unprofessionell gearbeitet.
    Da ich keine Zeit habe, da jetzt tagelang nachzuforschen, lasse ich es mal lieber in dieser vorsichtigen Formulierung stehen.Wer sich informieren möchte:
    Der englische wikipedia-Artikel zu A. Wakefield ist sehr ausführlich. Den – zurückgezogenen – originalen Artikel findet man hier, um ihn ganz lesen zu können, muss man sich allerdings (kostenlos) registrieren.

    Prinzipiell finde ich Vorsicht übrigens auch besser, und ich finde es auch nicht gut, dass es vieles nicht mehr als Einzelimpfstoff gibt – wobei die Belastung mit den Zusatzstoffen bei Kombi-Impfungen ja eher sinkt… dennoch finde ich, dass man da die Wahl haben sollte, zumal ich es unnötig fände, mich gegen etwas impfen zu lassen, was gar nicht nötig ist, weil ich die Krankheit vielleicht schon hatte/ noch Impfschutz da ist, es aber eine andere Impfung nur in Kombi damit gibt.
    Aber im Zusammenhang mit Autismus und dieser „Studie“ geht es ja hauptsächlich um MMR, auch wenn natürlich von vielen das ganze gleich mal auf alle Impfungen erweitert wird.

    Grundsätzlich denke ich ansonsten, dass es nicht komplett ausgeschlossen ist, dass Autismus oder auch Epilepsie (oder Autoimmunkrankheiten o.ä.) relativ kurz nach einer der ersten Impfungen „ausbricht“, weil vielleicht der Trigger – bei vorhandener genetischer Disposition – Fieber oder sonst eine Reaktion des Immunsystems ist. Nur vermutlich hätte dann auch die Erkrankung an sich oder ein anderer Infekt den Ausbruch getriggert. Und zumindest normale Infektionen lassen sich nicht komplett vermeiden.
    Im Übrigen ist es so, dass zwar manche autistischen Kinder sehr früh auffällig sind, andere aber erst nach Monaten oder einem Jahr oder sogar noch später.

  2. Zusatzstoffe:
    Die Zusatzstoffe sind zum Teil heutzutage wesentlich verträglicher als früher. Das besonders umstrittene Thiomersal ist wie bereits geschrieben in den meisten Impfstoffen gar nicht mehr drin.
    Außerdem sollte man sich klar machen, dass man einiges an Schadstoffen auch über die Haut oder die Nahrung aufnimmt – und das ist meist mengenmäßig deutlich mehr. Es ist vielleicht gefühlt ein Unterschied, ob ein Stoff mit einer Spritze verabreicht wird (wobei Impfungen ja auch nicht direkt in eine Ader gegeben werden, sondern unter die Haut/ in den Muskel), aber praktisch landet schlussendlich so ziemlich alles im Blut, auch wenn ein Stoff über die Haut oder den Darm aufgenommen wurde.
  3. Impfreaktion wegen Erregerkontakt:
    Kommt es zu heftigen Folgen auf Grund des Erregerkontakts, hätten die wohl erst recht bei einem Kontakt mit einem Erreger in „freier Wildbahn“ stattgefunden. Es gibt einen Bericht, wo 2 Brüder nach der Maserninfektion schlussendlich an SSPE gestorben sind. Das 3. Kind wurde dann geimpft und hatte eine heftigste – aber im Gegensatz zur SSPE nicht tödliche – Impfkomplikation. Vermutlich liegt eine gewisse genetische Disposition vor, aber was wäre, wenn das erste Kind geimpft worden wäre? Dann hätte man von einem furchtbaren Impfschaden gesprochen und vermutlich das nächste Kind nicht geimpft… durch die tragische Geschichte, dass vorher die Geschwister an SSPE erkrankt sind, sieht man aber, dass die Infektion mit dem Wildvirus eindeutig die gefährlichere war, trotz der Komplikationen bei der Impfung.
  4. Impfschäden/ -komplikationen:
    Es ist schwer, sachliche Zahlen zu finden, zumal ich zugeben muss, dass a) Impfschäden schwer nachweisbar sind (ein zeitlicher Zusammenhang ist nun mal nicht automatisch auch ein kausaler – da kann man so ziemlich alles beweisen, was man will, auch dass der Storch die Kinder bringt 😎 ) und dass b) auch sonst die Anerkennung schwer gemacht wird, u.a. von eingefleischten Impfbefürwortern, die offenbar nach dem Motto „was nicht sein darf, kann nicht sein“ leben.
    Ich weiß von dramatischen – teilweise auch anerkannten – Impfschäden, dennoch schätze ich das Risiko von schlimmen Impfkomplikationen als deutlich geringer ein, zumal man die Zahl ja noch um die Fälle aus Punkt 3 korrigieren muss (zumindest bei Krankheiten, wo es relativ wahrscheinlich ist, sie wirklich zu erwischen).
    Aus meiner Sicht sind aber ansonsten auch Autismus oder ADHS keine extrem schlimmen Diagnosen, auch wenn mein Alltag manchmal noch so kompliziert ist und ich weiß, dass es viele Autisten gibt, die schlechter klarkommen.
    Daraus folgt für mich:
  5. Mich würde die Gefahr von Autismus oder ADHS noch nicht mal dann von einer Impfung abhalten, wenn das Risiko nachgewiesen wäre, denn:
    Kinderkrankheiten sind nicht immer harmlos, insbesondere Masern sind sehr gefährlich:
    Ich muss nur mal kurz an die Kinder denken, die gerade an SSPE leiden, z.B.
    Max (Aktion Max) und
    Angelina
    oder bereits verstorben sind:
    Natalie
    Micha
    (beide haben sich als Säuglinge beim selben Kind angesteckt)
    Es wird von Impfgegnern gerne mal behauptet, dass SSPE durch die Impfung ausgelöst würde, aber man hat bislang meines Wissens in allen untersuchten SSPE-Fällen nur das Wildvirus gefinden (kann man per Gentest vom Impfvirus unterscheiden). Und die Häufigkeit, die bislang mit 1:10000 bis 1:1000 angegeben wurde (also dass von 10000 bzw. 1000 Kindern, die Masern haben, sich bei einem davon SSPE entwickelt), scheint zumindest für Kinder, die sich sehr jung infizieren, doch höher zu sein, unter Umständen sogar bei 1:200 (siehe Link zu Angelina).
    Von 1988 bis 2005 gab es 120 SSPE-Erkrankungen (das Kind im Artikel ist der vor kurzem verstorbene Micha), in den Jahren 2005 bis 2010 sind in Deutschland 27 Kinder an SSPE gestorben :-(.
    Beim Googlen nach Impfschäden im Zusammenhang mit der MMR-Impfung habe ich wenig überzeugende Aussagen gefunden (dramatische Schilderungen findet man vor allem im Zusammenhang mit einer Sechsfachimpfung vor einigen Jahren), vieles erscheint mir eher als normale Impfreaktion (ja, dass ein Kind 8 Tage nach der Impfung knatschig ist, kann sein; genauso dass es Impfmasern bekommt – aber wäre die normale Infektion angenehmer?) oder fällt zumindest wieder in die Kategorie „wäre beim nächsten fiebrigen Infekt wohl auch so passiert“.
  6. Gesellschaftliche Verantwortung:
    Für mich selbst sind einige Impfungen sicher ganz allein meine Sache (z.B. Tetanus), andere aber halt nicht, weil ich Menschen anstecken könnte, die sich nicht schützen können (zu jung wie die oben genannten Kinder mit SSPE, Chemotherapie, Gendefekt wodurch kein Titer aufgebaut oder die Impfung tatsächlich nicht vertragen wird…). Und das gilt ganz besonders für Masern.
    Und auch die Entscheidung für mein eigenes Kind ist natürlich noch einmal eine größere Verantwortung als die für mich allein.
    Vom Herdenschutz profitieren alle, egal ob sie sich nicht impfen lassen können oder nicht wollen. Viele Erwachsene haben Masern nie selbst gehabt, vielleicht würden sie sie dann nicht so harmlos finden? Ist ihnen klar, dass es auch üble Komplikationen geben kann oder wird das als Panikmache der „bösen Schulmediziner“ abgetan?
    Ich glaube, das Risiko, in einem Autounfall zu sterben, ist auch nicht kleiner als das für einen (wirklich dramatischen) Impfschaden. Dennoch bleibt wohl kaum einer zuhause, versucht aber sich so gut es geht zu schützen (aufmerksam auf den Verkehr achten, anschnallen etc.)
  7. „Reifen“ durch Kinderkrankheiten:
    Dass Kinder Krankheiten durchmachen sollen, um daran zu „reifen“, halte ich in der Form auch für Blödsinn. Auf die „Reife“, die mein Kind dadurch bekommt, dass es weiß, wie sich Todesangst bei Keuchhusten anführt, kann ich verzichten. Es gibt noch genug Krankheiten und Infekte, die ich nicht vermeiden kann, und wo das Kind „reifen“ kann.
    Oft sind ja Impfgegner auch Anhänger Homöopathie und umgekehrt, zum erwähnten Keuchhusten gibt es da eine Beschreibung, die mich einfach nur schockiert :shock::
    „Das Kind holt zwischen den Hustenstößen keine Luft mehr … Dabei wird die Zunge rührenförmig um den Luftstrom gestreckt da Gesicht schwillt an und verfärbt sich bläulich. Nach einigen Sekunden, die den besorgten Zuhörern immer viel zu lange werden, kommt dann eine lange, ziehend-juchzende Einatmung zwischen den verkrampften Stimmritzen zustande.“
    (zitiert von rudolfsteinerblog aus einem Ratgeber, der Text steht etwa in der Mitte des Artikels)
    Muss ich mich also schlecht fühlen, wenn ich nicht entspannt zuschaue, wie mein Kind so unterversorgt mit Sauerstoff ist, dass es blau wird???

Ich finde es sehr traurig, dass durch dieses Halb- und Pseudowissen so viele Eltern verunsichert sind. Sicher sind manche Eltern ganz platt gesagt Fanatiker, aber viele Eltern wollen ja wirklich nur das beste für ihr Kind. Wie sollen sie eine Entscheidung treffen können, wenn sie nicht beurteilen können, was wahr ist? Ich habe den Vorteil eines naturwissenschaftlichen Studiums, aber das hat halt nicht jeder. Und es hilft mir auch nur bedingt, wenn ich nicht an verlässliche Zahlen rankomme.

Die wichtigsten Impfungen aus meiner Sicht: Ich bin kein Arzt, aber ich schätze als die allerwichtigsten Impfungen Tetanus, Diphterie, Polio und Masern ein. Bei Kontakt zu Schwangeren oder eigener angedachter Schwangerschaft auch Röteln. Aber auch Impfungen gegen Mumps, Keuchhusten, Hepatitis, die Meningokokkenimpfung, von der der kinderdoc vor kurzem berichtet hat, sowie die allermeisten weiteren von der Stiko empfohlenen Impfungen finde ich sinnvoll.
Gegen HPV, Grippe oder FSME bin ich nicht geimpft, würde das aber bei geänderter Situation durchaus in Erwägung ziehen.

Also: Lasst euren Kinder wenigstens die wichtigsten Impfungen geben (und überprüft euren eigenen Impfstatus ;-)).

Über gedankenkarrussel

zwischen 25 und 35, Christ, naturwissenschaftlich interessiert, Aspergerautistin im Kampf mit der Müdigkeit... (darüber schreibe ich mehr in meinem Blog https://gedankenkarrussel.wordpress.com/ )
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14 Antworten zu Autismus, Impfungen und SSPE

  1. Anita schreibt:

    Da ja in NRW gerade gestern eine Schule vorsichtshalber geschlossen wurde
    http://nachrichten.rp-online.de/panorama/masern-ausbruch-an-waldorfschule-1.3514769
    und derzeit von 11 Infizierten gesprochen wird, möchte ich mir die Angst von Eltern nicht geimpfter Kleinkinder und Söuglinge im Umkreis dieser Fälle gar nicht vorstellen.

    Was ich bedenklich finde, für mich persönlich, es gibt keine Einzelimpfstoffe für eine Notfallimpfung. Gerade letzte Woche habe ich für mich nachgefragt, da ich keine Masern hatte.

    Einen Zusammenhang zwischen dem Autismus meiner Söhne und Impfungen kann ich nicht sehen. Allerdings gab es in den Schwangerschaften mit meinen Söhnen andere Schwierigkeiten. Bei dem einen gab es eine Plazentaablösung und bei dem anderen eine Notfall-OP in der Schwangerschaft meinerseits. Ob dies dann als Auslöser gewertet werden kann, oder ob es einfach so sein sollte, vermag ich nicht zu beurteilen.

    Außerdem würde es nicht erklären, warum soviele Eltern von autistischen Kindern eine Autismusdiagnose erhalten. In den 1960ern gab es ja keine Impfung gegen Masern. Die Suche nach einem Auslöser für Autismus gleicht der Suche nach „der Nadel im Heuhaufen“. Und es werden immer nur Teilbereiche beleuchtet.

    Zum Schutz der nicht Impffähigen Menschen kann auch ich nur sagen, lasst eure Kinder impfen und überprüft Euren Status.

    • gedankenkarrussel schreibt:

      Ja, das mit der Schule hab ich auch gelesen 😦

      Masern gibt es seit Juni wieder als Einzelimpfstoff (und zwar offiziell zugelassen in D), wenn man dieser Seite glauben darf:
      http://www.individuelle-impfentscheidung.de/index.php/impfen-mainmenu-14/aktuelles-mainmenu-42/73-das-aus-der-einzelimpfstoffe
      Oder geht der aus irgendeinem Grund nicht für eine Notfallimpfung?

      Das mit den nicht-geimpften Eltern ist natürlich auch ein gutes Argument ;-).
      Ich bin mit 5 Jahren MM-geimpft worden, wäre ich 2x geimpft worden, würde mich jetzt eher der (europaweit) nicht mehr erhältliche Röteln-Impfstoff stören. Aber so werde ich halt einfach eine MMR-Impfung machen.
      Mein Autismus ist also wohl eher nicht impfbedingt… als Kleinkind hatte ich nur Tbc (bereits mit 3 Wochen, da habe ich auch gestaunt, als mir ds aufgefallen ist, und ab 10 Monaten dann die Polio (oral), Tetanus, Diphterie-Impfungen.
      Wieso ich Autist bin? Kein Ahnung… Alter der Mutter? Etwas zu eilig gehabt (ich gelte nicht als Frühchen, hatte auch fast 4 Kilo, bin aber 2x vordatiert worden und dann noch ein paar Tage früher gekommen – Mama meint immer, ich hätte so zerknautscht ausgesehn, dass mir ein paar Tage mehr im Bauch sicher gut getan hätten^^)

  2. Anita schreibt:

    Was für ein Mist, wenn man sich mit Freunden unterhält und erfährt, dass nun auch bei uns in der Stadt Masern „vorhanden“ sind 😦

    Beim RKI nachgeschaut, die weisen immer noch nur auf die MMR-Impfung hin. Neuere Daten habe ich nicht gefunden. Und warum ich, mit gutem Röteln-Titer (mehrfach durch Schwangerschaften überprüft) und stark durchlaufener Mumpserkrankung mir diesen „Mist“ willentlich nochmal zufügen lassen soll, erschließt sich mir nicht. Und da ich gerade noch mit der Impfreaktion für Tetanus/Polio/Keuchhusten (ich glaub das war alles) „kämpfe“, brauche ich nicht nochmal einen Mehrfachimpfstoff.

    Im Kreis Erftstadt liegt die Zahl der Erkrankten derzeit bei 18 http://www.rundschau-online.de/rhein-erft/schule-geschlossen-zahl-der-an-masern-erkrankten-steigt,15185500,23633704.html Alles nicht so prickelnd derzeit.

    • gedankenkarrussel schreibt:

      Er ist ja noch sehr neu (wieder vorhanden), vielleicht liegt es daran.
      Einzelne online-Apotheken zeigen ihn aber schon als verfügbar an. Er heißt
      „Masern Impfstoff Mérieux“ und hat die PZN 3246061 (ist ein Reimport, wenn ich das richtig verstanden habe). Von daher sollte eigentlich eine niedergelassene Apotheke den auch bekommen (du brauchst halt ein Rezept vom Arzt).
      Bist du gar nicht gegen Masern geimpft oder nur einmal? Die zweite Impfung (die mir auch fehlt 😳 ) dient ja vor allem dazu, die 5-10% Impfversager aufzufangen. D.h. 90-95% sind nach der ersten Impfung immun.
      Aber aus den von dir genannten Gründen ärgert es mich auch wie gesagt, dass es manches nur noch als Kombiimpfung gibt :evil:. Vielleicht wären ja die Durchimpfungsquoten wenigstens bei Krankheiten wie Masern höher, wenn es (problemlos!) Einzelimpfstoffe gäbe…

  3. Anita schreibt:

    Ich bin sooooooo alt 😉 :D, dass ich nicht mehr in die Impfgruppe gefallen bin. Und gehabt habe ich sie halt auch nicht. Dafür habe ich noch die Pockenimpfung bekommen. Danke für die Daten zum Impfstoff, damit werde ich meiner Ärztin auf den „Wecker“ fallen.

    • gedankenkarrussel schreibt:

      Sooo alt 😉
      Dabei gibt es die Impfung doch mittlerweile seit 40 Jahren und man muss ja nicht unbedingt als Säugling geimpft worden sein.
      Aber ich wünsche dir auf jeden Fall viel Erfolg beim Auftreiben des Impfstoffs.

      • Anita schreibt:

        Siehste, ich werde schon 45 😀 😉 da wurde nur geimpft, was „unbedingt“ nötig oder vorgeschrieben war. Masern war da noch fast alltäglich und das Wissen um schlimme Schädigungen verschwindend gering.

      • gedankenkarrussel schreibt:

        Och, wenn du so wie ich erst mit 5 Jahren geimpft worden wärst, hätte das doch grad gepasst^^
        Aber es stimmt, sicher wurde die Krankheit gerade vor ein paar Jahrzehnten für recht harmlos gehalten – zu der Zeit waren ja die Menschen hierzulande nicht mehr mangelernährt, es gab auch schon Möglichkeiten, Begleitkomplikationen wie Lungenentzüdungen etc zu behandeln (anders als vor 100 Jahren); und wer kommt schon drauf, beim Krankheitsbild von SSPE dran zu denken, dass das von der Maserninfektion vor Jahren ausgelöst wurde. Von daher bin ich auch überzeugt, dass es SSPE schon immer gibt (im Gegensatz zu manchen Impfgegnern, die behaupten, SSPE gäbe es erst seit der Impfung 🙄 ) und dass es eben einfach nicht erkannt wurde.

  4. K.S. schreibt:

    Ein sehr guter, sachlich ausgewogener Artikel. Ich wünschte es würde Früchte tragen, indem weniger unschuldige Kinder durch Unachtsamkeit und Fahrlässigkeit geschädigt werden. Denke!

  5. Anita schreibt:

    So, ich hab heute versucht, den Impfstoff verschrieben zu bekommen, bei Rückfrage bei der Apotheke kam raus, dass dieser nicht lieferbar ist.

    Nun habe ich mich doch mit MMR impfen lassen, damit ich nach 6-jähriger Überlegungsphase nun endlich um diese Baustelle keine Gedanken mehr machen brauche.

    Aktuelle Links zum Thema

    http://www.heute.de/Bund-pr%C3%BCft-versch%C3%A4rfte-Masern-Regelungen-28815042.html?mediaType=Artikel

    http://www.zdf.de/ZDFmediathek/beitrag/video/1947726/Virologe-Masernimpfung-sehr-sicher#/beitrag/video/1947726/Virologe-Masernimpfung-sehr-sicher

    Der Virologe aus dem zweiten Link weist darauf hin, dass Studien bewiesen haben, dass Autismus NICHT durch Impfungen ausgelöst werden. Dies sei nach der Wakefield-Studie durch groß angelegte Studien (leider sagte er nicht welche) widerlegt worden.

    Zu den Studien kann man bei Wikipedia nachschauen

    http://de.wikipedia.org/wiki/MMR-Impfstoff

    oder dieser Artikel

    http://www.stern.de/gesundheit/masern-impfung-und-autismus-spaetes-ende-eines-medizin-skandals-1540936.html

    Dies sollte Grund genug sein, impfen zu lasssen oder selber zu gehen. Denn

    http://www.wdr.de/tv/westpol/sendungsbeitraege/2013/0721/masern.jsp

    das in diesem Beitrag erwähnte Mädchen, dass an den Folgen einer Masern-Erkrankung im Kleinstkindalter leidet, wird auf absehbare Zeit sterben. Und es ist vermeidbar!

    • gedankenkarrussel schreibt:

      Hm, komisch… hab jetzt gerade nochmal auf die Seite von individuelle-impfentscheidung geschaut, da ist eine Aktualisierung von gestern und ich bilde mir ein, dass der letzte Satz (Lieferengpässe) neu wäre.
      Machst du auch eine zweite MMR oder lässt du da erst den Titer bestimmen?

      So allmählich ist dieser Artikel hier ja beinahe eine Art Lexikon zum Thema „Autismus und Impfung“^^
      Aber gut so!

      • Anita schreibt:

        Eine Linksammlung zum Thema kann nur nützlich sein 🙂 Denn vieles findet man im Fall der Fälle ja meist nicht so schnell. Und eine breitgefächerte Informationsbasis ist da nur nützlich. Gerade, wenn in den Medien aufgrund der diesjährigen Häufung von Masernfällen das Interesse etwas höher ist, kommen evtl. neue Seiten und Info’s zusammen.

        Bei Erwachsenen kommt eine andere MMR-Dosis zum tragen, so dass nur eine Impfung notwendig ist. So zumindest meine Ärztin.

  6. Pingback: Impfgegner, hört auf mein Kind zu missbrauchen! | Gedankenkarrussel

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