Erkenntnis

Ich habe mich in den letzten Monaten beim Nacharbeiten der Vorlesungen und beim Lernen häufig im Kreis gedreht, blockiert und verzettelt. Tagesstruktur? Handlungsplanung? Ich kann zwar eine Struktur entwerfen, aber die darf nicht zu detailliert sein, denn sonst geht gar nichts mehr, wenn auch nur eine Kleinigkeit nicht klappt :roll:.
Die Probleme haben mich zugegebenermaßen etwas überrascht, weil ich das so bislang nicht kannte. Allerdings glaube ich, dass das nicht daran liegt, dass ich das früher besser konnte, sondern eher an den veränderten Umständen. In der Schule war es kein Problem, da war ja alles schon stärker strukturiert (ich bin heilfroh, dass ich nicht mehr in der Schule bin und den ganzen unübersichtlichen Klimbim da mitmachen muss) und lernen musste ich nicht groß. Die Sachen, die mich interessiert haben, konnte ich auch so, beim Rest hatte ich das Glück, auch mit minimalem Aufwand ordentliche Noten zu schreiben (nach 1-2 Stunden Lernen für eine Klausur in einem Fach, was mich nicht interessierte, hab ich meist das Buch zugeknallt und mir gesagt, dass es mir egal ist, wenn es eine Note schlechter wird…) Und in Unialt-Stadt hatte ich tatsächlich am Anfang ähnliche Probleme wie jetzt, hielt das aber irgendwie für normal. Und ab dem 2. Semester bis zum Abschluss hatte ich Lerngruppen, durch die und mit denen ich den Lernstoff und die Lernzeit strukturiert bekam. Ohne diverse Zusammenfassungen und Unterlagen insbesondere von Andrea hätte ich wohl nie einen Abschluss geschafft…
Das wird mir gerade erschreckend klar.
Erschreckend, weil ich eben bislang dachte, dass ich doch im Unialltag schon ganz gut zurechtkomme.
Aber irgendwie bin ich auch froh, dass es nichts neues ist, denn ich hab mich echt gefragt, wieso solche Dinge plötzlich nicht mehr klappen, die bisher gingen. (Meinen Haushalt in den Griff zu bekommen ist mir allerdings noch nie gelungen, der war schon immer chaotisch, sprich nichts war aufgeräumt und geputzt habe ich auch deutlich seltener als üblich… die Wäsche stapelt sich… das Geschirr meist auch, bis ich keins mehr habe… usw. 😳 )

Vor kurzem habe ich endlich mal mit Sara telefoniert, und die hat mich dann prompt „festgenagelt“, was ich bis wann alles erledigt habe… also sowas wie Therapeut suchen oder Tagesplan schreiben – wir haben jetzt gesagt, dass ich einen groben Plan mache, auf dem der Ablauf nicht minutiös geplant ist, sondern z.B. steht „Montag Vormittag 2 Stunden für Vorlesung A und 1 Stunde für Haushalt“. Den kann ich aber erst detailliert ausarbeiten, wenn ich einen endgültigen Stundenplan habe. Gegen Ende des Semesters sollte ich dann wohl die Lernphasen gründlich planen.
Und immer schön etwas Puffer lassen für unerwartete Ereignisse wie krank werden oder „Kleinigkeiten“, die mich aus der Bahn werfen…

Noch bin ich genauso krank wie vor ein paar Tagen, war also heute das Antibiotikum holen und „hoffe“, dass sich bei mir gerade irgendwelche AB-sensitiven Bakterien austoben und nicht etwa Viren oder resistente Stämme. Ich will gesund sein und ich will Sonne!!!

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Über gedankenkarrussel

zwischen 25 und 35, Christ, naturwissenschaftlich interessiert, Aspergerautistin im Kampf mit der Müdigkeit... (darüber schreibe ich mehr in meinem Blog https://gedankenkarrussel.wordpress.com/ )
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2 Antworten zu Erkenntnis

  1. Julia schreibt:

    Oh wie gut, ich das Kenne! Bei mir beginnen Morgen die Vorlesungen wieder….

  2. TineHappy schreibt:

    Ich finde mich da irgendwie selber wieder!
    Kann es auch nicht haben, wenn mein Tag unstrukturiert ist, allerdings wenn er zu sehr Struktur hat und eine Sache klappt nicht, dann ist auch wieder der Tag im Eimer.
    Finde die Idee mit: 1 Stunde das und eine Stunde das als Strukturierung echt gut, werde ich auch mal versuchen. 🙂

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