Die frustrierende harte Wahrheit

Nachdem ich ja schon in „Mal wieder„, Argh und Pruust *lol* zum Thema Therapeutensuche geschrieben habe, war ich jetzt wieder bei Dr. L.

Seine klare Aussage: Therapeuten reagieren nicht auf E-Mails, denn sie haben es nicht nötig, sich diese Mühe zu machen und wollen einen auch selber hören. Kann man doof finden, ist aber so. Punkt.
Außerdem denken Therapeuten einfach zu viel :roll:. Logik: Wer nicht anruft, ist entweder a) nicht ernsthaft an einer Therapie interessiert oder b) zu schwer betroffen, um ambulant behandelt zu werden. Denn wer (wegen b)) nicht anrufen kann, ist ja auch automatisch nicht in der Lage einen Termin bei Krankheit abzusagen (wozu gibt es E-Mails oder andere Menschen?), kommt dann schlussendlich doch eh nicht in die Therapie und macht nicht mit, weil er offenbar nicht für Konfrontationstherapie geeignet ist. Und überhaupt macht er einfach zu viel Arbeit.
Dass es da noch etwas dazwischen gibt (sowas wie Sozialphobiker vielleicht?!?), ist Dr. L. zwar auch klar, aber Therapeuten ist das wohl egal. Sie haben ja genug Patienten.

Bei der genannten Praxis meinte er, dass da öfter auch Patienten in deutlich unter einem Jahr untergekommen sind. Hm… und er meinte, die werden sagen, anrufen muss sein, weil sie halt „nicht nur reden“, sondern knallharte Konfrontationstherapie machen. Ich würde mich da ja prinzipiell auch drauf einlassen, aber vielleicht könnten wir mit der Konfrontationstherapie beginnen, wenn ich da bin und nicht schon vorher? Und uns vielleicht langsam „hocharbeiten“?

Mannomann, was bin ich gerade sauer! 👿
Es gibt verdammt noch mal was zwischen Fall a) und b). Und ich bleibe eigentlich dabei, dass ein Therapeut, der das nicht kapiert, der falsche ist – mag sein, dass er es nicht nötig hat, weil er genug andere Patienten hat, aber wenn er nicht die geringste Bereitschaft zeigt, auf mich einzugehen, wird das nichts.

Dr. L. meinte, er hätte noch nie erlebt, dass die Therapeuten in Unineu-Stadt sich auf den Mailkontakt eingelassen hätten. Dann hatte ich in Unialt-Stadt wohl Glück, dort hatte ich mit 3 Therapeuten Kontakt und bei allen ging es mit Mails. Gut, Nr. 1 war wohl nicht sonderlich überlaufen, dort hatte ich ja auch recht schnell einen Termin – und ich bin ja dann schlussendlich mit ihr nicht klargekommen, allerdings weiß ich, dass andere sehr zufrieden bei ihr waren. Und „arbeitslos“ war sie sicher nicht, sonst hätte ich nicht teilweise 4 oder mehr Wochen Pause gehabt, weil sie 2 Wochen im Urlaub war und in den anderen 2 Wochen schon zu viele andere Patienten hatte… bei Nr. 2 hatte ich nach dem ersten Termin bei Nr. 1 abgesagt, aber dennoch ging dort alles per Mail (war eine psychotherapeutische Ambulanz, wo ich einen Vormittagstermin auch „schon“ nach 1-2 Monaten Wartezeit bekommen hätte). Und Frau T. war dann halt der Glücksgriff.

Und was mache ich nun? Ich schaffe es nicht, anzurufen, da kann ich mir glatt eine Woche für das dämliche Telefonat einplanen :cry:. Ich glaube, ich versuche doch noch mal, ob es einen „vernünftigen“ Therapeuten gibt, der unter den gegebenen Bedingungen auf Mails reagiert :-?.
Dr. L. will mich jetzt sogar nach 1 Monat wieder sehen, beim letzten Mal waren es zwei… meine aktuelle Situation und mein Zustand gefällt ihm scheinbar gar nicht… machen kann er nichts, also bleibt eigentlich nur, beim nächsten Mal zu behaupten, dass alles in Ordnung ist und ich irgendwie halbwegs gut klarkomme (dann ist immerhin wieder Vorlesungszeit, was mir zumindest eine gewisse Struktur gibt), und von ihm eigentlich nur die Rezepte will. Oder ich sage, was Sache ist, dann erzählt er mit vermutlich dasselbe wie beim letzten Mal. Ich habe schon den Eindruck, dass er irgendwie versteht, dass es nicht geht (würden Therapeuten bei einem Gehörlosen eigentlich auch auf ein Telefonat bestehen?!?), aber andererseits auch erwartet, dass ich mich überwinde…

Nachdem meine Stimmung kurz vor den Nachklausuren grad eh nicht die beste ist und ich ziemlich frustriert bin, war das natürlich genau das, was ich grad noch brauche :-(. Noch dazu tut plötzlich ein Zahn weh, was etwas merkwürdig ist, denn vor ein paar Wochen war der noch ok und er ist auch nicht ganz hinten, es liegt also wohl eher nicht an der Weisheitszahn-OP. Also noch ein ungeplanter Zahnarzttermin, der mir zeitlich gar nicht passt – das einzig gute daran ist, dass ich wenigstens für ein paar Minuten mit normalen, netten, lieben Menschen zu tun habe, weil Dr. S. und das Team einfach toll sind.

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Über gedankenkarrussel

zwischen 25 und 35, Christ, naturwissenschaftlich interessiert, Aspergerautistin im Kampf mit der Müdigkeit... (darüber schreibe ich mehr in meinem Blog https://gedankenkarrussel.wordpress.com/ )
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