Ich würde gerade gerne…

… den Kopf rhythmisch auf die Tischkante oder gegen die Wand hauen
… laut schreiend im Kreis rennen
… heulen
… mich ins Bett legen, die Decke über den Kopf ziehen und von der Welt nichts mitbekommen

Blöd nur, dass die ersten zwei Punkte nicht wirklich gute Ideen sind, der dritte nicht klappt und der vierte genau wie die drei anderen nicht wirklich zielführend ist.

Ich habe mich immer noch nicht endgültig entschieden, der Assistent war nicht da und ich mache millimetergroße Fortschritte. Bloß wird die Zeit wohl kaum reichen und ich merke auch, dass ich zunehmend zu nix mehr in der Lage bin vor lauter Anspannung, ich kann kaum noch klar denken selbst bei Dingen, die ich eigentlich kann, ich starre auf die Buchstaben und es könnte auch sonstwas da stehen, ich nehme es nicht auf und kann es nicht verarbeiten.
Zumal ich extrem müde bin, die letzte Nacht habe ich zwar wider Erwarten gut geschlafen, aber zu kurz, und die Nächte davor waren eben schlecht.
Ist es sinnvoll, mich jetzt bis abends durchzuquälen und zu versuchen zu lernen?
Oder ist es sinnvoller, einen Mittagsschlaf zu machen? (Bloß fehlt mir dann die Zeit und womöglich schlafe ich in der Nacht nicht mehr…)

Ich mag nicht mehr.

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Über gedankenkarrussel

zwischen 25 und 35, Christ, naturwissenschaftlich interessiert, Aspergerautistin im Kampf mit der Müdigkeit... (darüber schreibe ich mehr in meinem Blog https://gedankenkarrussel.wordpress.com/ )
Dieser Beitrag wurde unter Innensicht - Erleben - Meinungen abgelegt und mit , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

10 Antworten zu Ich würde gerade gerne…

  1. Weiterbilder schreibt:

    Ich würde am Tag aktive Ablenkung vorschlagen: auf andere Gedanken kommen und dem Hirn eine Pause gönnen. Schlafen wird da eher nicht helfen.

  2. Rene schreibt:

    Ich habe ein ähnliches Problem: Asperger und Müdigkeit, scheint ziemlich oft im Doppelpack aufzutreten. Ich habe recht gut Erfahrungen mit Bupropion (=Elontril) gemacht, einem atypischen Antidepressivum. Ich weiß nicht, ob du das schon mal probiert hast, aber mir hat es zu einem Tag ohne ein bis zwei Schläfchen zwischendurch verholfen.

    • gedankenkarrussel schreibt:

      Dass es öfter zusammen vorkommt, meinten sie in Freiburg ja auch, allerdings fanden sie die Ausprägung bei mir wohl etwas extrem…
      Aktuell bin ich mit dem Modafinil zufrieden (an Tagen wie hier im Artikel, wo die Nächte schlecht waren, liegt es wohl eher daran als am Modafinil, wenn ich müde bin), aber ich behalte deinen Tip auf jeden Fall im Hinterkopf, vielen Dank dafür – es wird teilweise berichtet, dass das Modinil mit der Zeit die Wirkung verlieren kann, und da ist es ja dann immer gut, Alternativen zu kennen 😉 Mit Methylphenidat und Elontril hab ich dann ja sogar zwei, das beruhigt mich doch sehr :-D.
      Hast du vom Elontril irgendwelche Nebenwirkungen?

  3. Rene schreibt:

    Modafinil und Methylphenidat (wenn es nicht bei sicher diagnositizierter ADHS verwendet wird) sind aus meiner Sicht ein Ausdruck ärztlicher Ratlosigkeit. Nicht umsonst werden sie ja eher in den Bereich „Lifestle“ und „Brain Enhancer“ eingeordnet.
    Aus meiner Erfahrung kann es insbesondere als Aspie sein, dass man eine mindestens mittelgradige (Überlastungs-)Depression hat, ohne es selbst zu merken. Ich weiß nicht, wie es bei dir ist, aber ich selbst fühle keine Trauer. Ich finde Sachen schade, aber Trauer und Melancholie kenne ich so nicht (das Gegenteil dafür aber eben leider auch nicht). Dadurch kann es sein, dass zwar Müdigkeit / Antriebslosigkeit einer Depression durch kommen, aber die für andere Menschen typische Traurigkeit und weinen ohne Grund eben nicht. Und das für eine Depression auch charakteristische „Gefühl der Gefühllosigkeit“ kennt man als Aspie ja nun auch seit Geburt (mangelnde affektiven Resonanz ist ja sogar eine Diagnosekriterium für AS).
    Zurück zu deiner Frage: Elontril wirkt schon nach einer Woche und hat nicht die typischen Nebenwirkungen anderer AD. In der ersten Woche kann es aber zu Angstgefühlen, Schlafstörungen und Alpträumen kommen. Mein Arzt hat mir – da er das schon kannte – in der ersten Woche zusätzlich noch Mirtazapin gegeben. Das ist ein AD, das sehr müde macht. Ich habe dann morgens Elontril Retard genommen und abends um acht 5 mg Mirtazapin und nach einer Woche habe ich das dann weg gelassen.
    Leider musste ich nach einiger Zeit fest stellen, dass sich der Körper nicht bescheißen lässt: Meine Migräne ist schlimmer geworden (Schlafmangel?) und eine gewisse aspie-typische Zwanghaftigkeit eben auch…

    • gedankenkarrussel schreibt:

      Ich wäre in meinem Fall ehrlich gesagt froh gewesen, wenn die Ärzte früher auf diese „Verlegenheitslösung“ gekommen wären. Bis dato hieß die nämlich einfach SSRI bzw. SNRI, und die brachten mir gar nichts…
      Mirtazapin ist mein Schlafmedikament, ohne geht es leider nicht.
      Die Diagnose Depression hatte ich ja auch, bloß dass alle sagten „so ganz passt es eigentlich nicht“ und dass mit Beginn der Modafinileinnahme die depressiven Symptome schlagartig fast komplett weg waren. Ich hatte aber dennoch die „klassischen“ Symptome mit Traurigkeit, Verzweiflung, Hoffnungslosigkeit… nur weinen konnte ich nicht, auch wenn ich mich danach gefühlt habe.
      Hattest du noch andere Auswirkungen außer bei der Migräne und der Zwanghaftigkeit?
      Ich merke bislang (nach knapp einem halben Jahr) nichts vom Modafinil außer halt, dass ich nicht nach 1-2 Stunden schon wieder schlafen will… und das ist ja die erwünschte Wirkung. Habe aber auch im Normalfall keinen Schlafmangel. Dass irgendwelche Leute Modanifil missbrauchen (worauf ich bei meinen ersten Recherchen auch stieß), ist denke ich was anderes – als gesunder Mensch käme ich im Leben nicht auf die Idee, „Gehirndoping“ zu machen oder was zu nehmen, um die Nächte durchzumachen o.ä. Mir verhilft das Modafinil lediglich dazu, was die Müdigkeit betrifft wenigstens annähernd auf das Niveau eines „normalen Menschen“ zu kommen. Das ist übrigens auch die Indikation, für die Modafinil gedacht ist (Narkolepsie), Versuche mit dem Einsatz bei ADHS kamen wohl erst später und nicht so erfolgreich.

  4. Rene schreibt:

    Wenn ich es richtig verstehe, kannst du abends nicht richtig gut ein- bzw. durchschlafen (deshalb wohl auch das Mirtazapin?) und tagsüber bist du immer wieder müde. Der Schlaf verteilt sich also auf den ganzen Tag – das klingt wirklich nach Narkolepsie. Aber wahrscheinlich hast du da schon selbst drüber nachgedacht, ich lese dein Blog erst seit kurzem.
    Zu deiner Frage: Das Problem bei den ganzen Mittelchen ist aus meiner Sicht, dass der Körper (wenn man keine Narkolepsie hat) meist einen Grund für sein Schlafbedürfnis hat. Dauerhafter Infekt, Depression, Immunsuppresion, Mangel an Vitamin D, etc. Wenn man ihn dann „pharmazeutisch überlistet“, dann verstäkrt er eben seinen zweitbesten Schutzmechanismus, beispielsweise Migräne, einen längeren Infekt, Gastritis – was auch immer. Das war dann auch der Grund, warum ich mit dem Bupropion aufgehört habe, denn ich hatte ja nur Pest gegen Cholera getauscht. Deshalb sollte man bei solchen „diffusen Beschwerden mit unklarer Ursache“, wie Ärzte das auch gerne mal nennen, versuchen, der Sache für sich selbst wirklich auf den Grund zu gehen. Bei mir war es eine AS-Diagnose und damit verbunden eine ständige Überlastung.und Überreizung.

    • gedankenkarrussel schreibt:

      Es wurde alles möglich abgeklärt (aber immer nur auf mein Bestreben, schließlich ist die Müdigkeit doch sehr wahrscheinlich psychisch und ich will es nur nicht wahrhaben 🙄 :evil:)
      Narkolepsie wurde im Schlaflabor ausgeschlossen, ich habe jetzt bei wikipedia nochmal nachgelesen, was die Symptome sind – ich vermute, dass es bei mir ausgeschlossen wurde, weil „nur“ Tagesmüdigkeit und -schläfrigkeit da waren, aber die anderen genannten Symptome nicht. Die Tagesmüdigkeit trotz (mit Mirtazapin) recht guten Schlafs konnte dort aber irgendwie gemessen werden.
      Beim Endokrinologen wurde alles mögliche untersucht, ich habe einige grenzwertige Werte bei „verdächtigen“ Blutwerten (Vit. B12, Vit. D, Ferritin, Cortisol), habe eine Zeitlang auch diverse Nahrungsergänzungsmittel genommen und einen Versuch mit Hydrocortison gemacht, aber ohne Ergebnis.
      Meine These ist ja, dass ein Teil meiner aktuellen Müdigkeit einfach ein dummes Zusammentreffen von kleineren Abweichungen ist – Schilddrüse nicht perfekt eingestellt, Eisen und B12 knapp in der Norm, Cortisol und Vitamin D – keine Ahnung, was aktuell Sache ist… ich hätte das auch gerne noch mal neu abgeklärt und im Zusammenhang betrachtet, aber dazu muss ich erstmal einen Arzt finden, der sich dann drauf einlässt… und dazu brauche ich Kraft, Zeit und Nerven, die aktuell für Klausuren wichtiger sind.
      Bei der AS-Diagnostik meinten sie, dass die Müdigkeit in der Ausprägung, wie ich sie habe, sich nicht komplett mit AS erklären lässt. Mit reinspielen tut es aber sicherlich – wie du sagst, Überlastung usw.
      Insgesamt denke ich aber, dass ich momentan schon genug Schlaf bekomme und auch nicht sonderlich überlastet bin, sodass da zumindest teilweise was anderes hinter der Müdigkeit stecken muss.

      • Rene schreibt:

        Das ist ja der Hammer! Ich habe einen ganz ähnlichen Zirkus hinter mir (nicht Narkolepsie, sondern Abklärung Cronic Fatique Syndrome) – mit den gleichen Ergebnissen! Letztendlich konnte man das CFS ausschließen (lässt sich auf einen erblichen Immundefekt zurück führen), aber Vitamin D und Zink waren bei mir nicht mehr nachweisbar. Ich habe dann auf Empfehlung der Ärztin ein Mal pro Woche drei Tropfen Vigantol-Öl ins Essen gemischt – damit bin ich wieder fitter! Aber auch damit habe ich locker meine zehn Stunden Schlaf am Tag. Das ist für Außenstehende immer total schwer nachvollziehbar: Wenn ich irgendwo für mehrere Stunden zu Besuch bin, dann brauche ich eine Rückzugs- und Schlafmöglichkeit. Denn wenn die Müdigkeit kommt, dann ist das ein Gefühl wie zwei Nächte durchgemacht: Man wehrt alles nur noch ab, weil man dann nur noch schlafen möchte. Der Schlaf ist dann auch erholsam, aber ich brauche anscheinend sehr viel mehr davon als andere. Bekannt?

      • gedankenkarrussel schreibt:

        Doch, kommt mir schon bekannt vor 😉
        10 Stunden Schlaf wäre bei mir auch nicht schlecht, 8 sollten es sein, unter 6 wird es kritisch – wobei ich auch Tage nach derartigen Nächten irgendwie überlebe… Allerdings brauche ich inzwischen im Normalfall keine Schlafmöglichkeiten während des Tages, das ist schon toll 🙂 (eigentlich irre, worüber man sich so freuen kann… die Mehrheit der Menschen würde wohl sagen „hä? ja, und? Das ist doch total normal!“)
        Mal sehen, wenn die Bronchitis rum ist, werde ich wohl mal wieder bei meinem Hausarzt vorbeischauen und bzgl. Kontrolle von Schilddrüsenwert und idealerweise auch anderer Werte fragen.

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