Alltag, Hausarztsuche und Prof. X

Aktuell ist mein Alltag erfreulich normal 😀
Uni, gelegentliches Treffen mit dem Hauskreis und sich ziemlich normal fühlen.
Müde fühle ich mich zwar weiterhin, auch mit 200 mg Modafinil, aber ich komme trotzdem im Alltag ganz gut klar. Schlafen kann ich aber wieder, auch mit der höheren Dosis.
Ich bin echt sauer und genervt und frustriert, dass ich das erst nach Jahren erleben darf, obwohl es vermeidbar gewesen wäre – hätten die lieben Weißkittel mal näher hingesehen und nicht mit „ist die Psyche“ weitere Untersuchungen verweigert :twisted:. Sicher war die Zeit nicht direkt „verloren“ (außer der Psychotherapie vor dem Klinikaufenthalt, die war echte Zeitverschwendung) – dennoch habe ich länger für den Abschluss gebraucht, hatte eine schlechtere Note als möglich, habe den Master erst später angefangen und nicht zuletzt ging es mir einfach extrem schlecht mit meinen depressiven Symptomen. Die erstaunlicherweise *hust* direkt mit der lähmenden Müdigkeit verschwunden sind… Der Klinikaufenthalt war insofern gut, dass er a) eine sehr positive Erfahrung war und b) dort das erste Mal eine brauchbare Diagnose gestellt wurde, die quasi der erste Wegweiser Richtung Asperger war. Genauso das halbe Jahr mit Frau T. – so sollten alle Psychotherapeuten sein…

Eine neue Kampfbaustelle hat sich allerdings aufgetan (wär ja sonst auch langweilig 🙄 ). Mein Hausarzt Dr. P., der mir ja von anderen Schilddrüsenpatienten empfohlen wurde, hat endgültig „verspielt“. In allem, was nicht die Schilddrüse (und seine Praxisorganisation) betrifft, fühle ich mich ja bei ihm gut aufgehoben. Nur blöd, dass ich eigentlich genau wegen der Schilddrüse dort hin gegangen bin… Mein TSH-Wert (das ist das Schilddrüsen-stimulierende Hormon) ist deutlich höher als sonst, aber „leider“ noch im weiter gefassten Normbereich (in der Fachwelt ist es etwas umstritten, ob 2.5 die Obergrenze ist oder 4…), daher sieht er keinen Handlungsbedarf. Die freien Werte (also wie viel Hormon wirklich da ist), hat er gar nicht erst mitbestimmt :evil:. Eigentlich hätte man bei Hormonbehandlung gerne einen TSH von 1, das sahen auch alle Ärzte, denen ich bisher begegnet bin, so – es ist also nicht wie der Normbereich umstritten. Könnte also sein, dass ich gerade doch wieder in Richtung Unterfunktion gehe… was gar nicht so abwegig wäre, denn ich weiß von einigen Leuten, dass sie mehr Hormon verbrauchen, wenn sie Stress haben, Sport treiben etc. Und ich bin ja jetzt wesentlich aktiver als vorher, allein schon durch das Studium… also muss ich irgendwie einen brauchbaren Hausarzt finden. Das ist generell schon schwierig, mit Asperger aber schon fast unmöglich. Und ich hätte dann gerne einen Arzt, der Termine vergibt. Ich habe bislang nie weniger als 1.5 Stunden gewartet, meistens mehr. Sehr effektiv ist übrigens auch, wenn die Sprechstunde offiziell um 15 Uhr beginnt und der Arzt erst um 16 Uhr die Praxis betritt…

Und zum Thema „Prof. X“: Den habe ich wohl tatsächlich ziemlich falsch eingeschätzt *hust*. Ist ja eh nicht meine starke Seite… und dass er tatsächlich manchmal „launisch“ (andere Studis) und meist ein „komischer Vogel“ (Doktorand) ist, macht das natürlich auch nicht gerade einfacher. Hr. Hilfreich hatte mit ihm gesprochen, daraufhin wollte Prof. X mit mir sprechen – und das erste, was er mir ganz klar gesagt hat, war, dass wir eine Lösung finden, wenn es dieses Semester nicht klappt. Und zwar eine Lösung, bei der ich nicht 2 Jahre warten muss. Das hat bei mir ziemlich viel Druck rausgenommen. Außerdem hat er mit meiner Erlaubnis meinen Tutor informiert, der eine Zweiergruppe gesucht hat, mit der ich zusammenarbeiten kann. Der Tutor hat also für mich komplett den Kontakt hergestellt (und sich dabei sehr diplomatisch ausgedrückt *g*). Die Mädels machen einen ganz netten Eindruck, ich hoffe also, dass es klappt.
Und davon mal abgesehen verstehe ich aktuell wenigstens, worum es in der Vorlesung geht…
Ich bin also wieder vorsichtig optimistisch, was diese Veranstaltung betrifft :-).

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Über gedankenkarrussel

zwischen 25 und 35, Christ, naturwissenschaftlich interessiert, Aspergerautistin im Kampf mit der Müdigkeit... (darüber schreibe ich mehr in meinem Blog https://gedankenkarrussel.wordpress.com/ )
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10 Antworten zu Alltag, Hausarztsuche und Prof. X

  1. Amy schreibt:

    Das klingt doch, bis auf den Hausarzt, richtig toll! Freut mich zu lesen, dass es dir gut geht 🙂 Auch gerade, dass die Müdigkeit weg ist bei dir ist ja richtig klasse. Und dass dadurch die Depression verschwunden ist, wow, das finde ich richtig toll! Auch die Entwicklung in der Uni ist ja klasse – schön, dass Prof. X doch nicht so doof ist und die jetzt eine Gruppe hast 🙂

    Hast du mal online nach Bewertungen geschaut für Hausärzte? Zu viel sollte man nicht drauf geben, aber manchmal ist das ja ein guter Anhaltspunkt. Zb das Arztnavi von der AOK oder jameda, frei nach dem Motto: Wenn einer überall viele und durchweg gute Bewertungen hat, vermute ich, dass man da zumindest keinen totalen Idioten treffen wird 😉 Ich drück dir die Daumen, dass du einen guten Arzt für dich findest! Oder du könntest wegen der Schilddrüse einfach einen Facharzttermin machen, wobei das natürlich dauert. Wobei du ab Januar ja immerhin nicht mehr zwingend eine Überweisung dafür brauchst, also ggf einfach nie wieder mit dem Hausarzt drüber reden brauchst, wenn du bis zum Termin durchhalten könntest. Minimum 1,5 Stunden warten finde ich übrigens auch heftig… ich war heute insgesamt mit zwei Untersuchungen und Besprechung 1,5 Stunden in der Praxis, ich glaube, nach 1,5 Stunden alleine schon warten würde ich vor Stress die Wände hoch gehen…

    • gedankenkarrussel schreibt:

      Er hat (bis auf die Sache „keine Terminvergabe“) durchweg positive Bewertungen… sowohl bei den einschlägigen Portalen als auch bei Schilddrüsenpatienten… wie auch immer diese zumindest bei letzteren zustande gekommen sind.
      Ich denke, ich wechsle auf jeden Fall – was soll ich mir die Warterei antun, wenn er mir mit der Schilddrüse eh nicht hilft. Einen Besuch beim Endo kann ich wohl kaum rechtfertigen (die sind leider zum Teil sowieso nicht besser 🙄 ), und eigentlich brauch ich den auch gar nicht. Die Überweisung wär mir schnuppe, ich bin dieses Jahr wegen des Klinikaufenthalts ohnehin schon weit über der Belastungsgrenze. Da ist leider im Voraus nicht wusste, wieviel Einkommen ich genau haben werde, muss ich aber erstmal weiterzahlen und Quittungen sammeln und das dann am Jahresende einreichen – zusammen mit dem Antrag um „chronisch krank“. Der stammt ja noch von Dr. J., aber die Kasse meinte, das mache nichts, wenn der ein paar Monate alt sei. Ich hoffe, sie haben das dann nicht „vergessen“… Dr. J. kennt mich halt besser als Dr. L. oder Dr. P.

      • Amy schreibt:

        Schade, dass es dich nicht in eine andere Stadt da in der Ecke verschlagen hat 😉 In meiner alten Heimat könnte ich dir jetzt einen Tipp geben… schon komisch, wie gute Bewertungen von Schilddrüsenpatienten zu Stande kommen. Vielleicht hat er die alle selbst diagnostiziert und sie kennen es einfach nicht anders? Auf jeden Fall blöd, dass du an so einen geraten bist und ich drück die die Daumen, dass du bald einen besseren findest.

      • gedankenkarrussel schreibt:

        Vielleicht war er ja auch früher anders? Nachdem ich weiß, in welchem Forum sie schreiben, verstehe ich es echt nicht, denn dort sind ein paar Basics eigentlich Überzeugung von jedem (eben sowas wie dass man die freien Werte macht, dass 2.5 als Grenzwert sinnvoll ist etc).
        Wobei mir gerade aufgefallen ist, dass er teilweise echt widersprüchlich ist – hab gerade einen alten Eintrag über ihn gelesen und da war er der Meinung, dass der TSH-Wert allein nicht aussagekräftig sei *kopfkratz*. Aber auch beim letzten Termin hat er sich widersprochen, erst meinte er, ein TSH von 1 sei „optimal“, aber mein Wert dennoch völlig ok, dann meinte er 2 Sätze später, dass man bei einem Wert von 1 schon manchmal Herzstolpern bekommen könnte (Überfunktionssymptom)…

      • Amy schreibt:

        Bei solchen Widersprüchen kommt bei mir immer die böse Ader hervor und ich stelle die Frage, ob man sich selbst denn auch zuhören würde 😉 Merkwürdiger Typ, an den du da geraten bist! Aber es ist auf jeden Fall immer gut, wenn man selbst Ahnung hat, was der Arzt einem erzählt. Große Hemmungen, irgendwelche Kommentare von mir zu geben, habe ich da auch nicht…

      • gedankenkarrussel schreibt:

        Ich bin in solchen Situationen meist so unter Druck, dass ich ganz „klein werde“ – oder explodiere…

      • Amy schreibt:

        Oh, das ist dann ja nicht so gut 😦 Explodieren tue ich nicht wirklich, aber ich werde halt unhöflich und sehr direkt, weil ich eben auch unter Druck stehe und dabei die ganzen „was darf ich wann wie sagen?“-Überlegungen echt auf der Strecke bleiben.

      • gedankenkarrussel schreibt:

        Na ja… ist wahrscheinlich die Frage, was man als Explodieren bezeichnet. Pampig würde ich auf jeden Fall ganz schnell, und dann werde ich schon automatisch lauter… und dann braucht es nur noch eine doofe Antwort vom Arzt und ich motz so richtig rum…
        Ist zumindest meine Vermutung, hab es noch nicht ausprobiert – zumindest nicht so richtig… mit Dr. J., meinem ehemaligen Psychiater hab ich mal etwas vehementer diskutiert… las sich dann „nett“ im Bericht an meine Hausärztin (gereizt, ungeduldig, vorwürflich, ich erwecke den Eindruck leichter Genugtuung (hä?!?)… wobei er es dann gegen Ende doch noch etwas entkräftet hat, indem er meinte, dass es wohl vielleicht doch eher Hilflosigkeit ist). Den Bericht hab ich auch nur in die Finger bekommen habe, weil sie mir die Akte beim Umzug mitgegeben hat… Ich hab den Bericht dann kurzerhand rausgenommen. Stand abgesehen von den Passagen, die mich geärgert haben, eh nichts drin, was nicht auch woanders stand. Ich glaub, das war echt das letzte Mal, dass ich einer direkten Weitergabe von Infos von Arzt zu Arzt zugestimmt habe… in Zukunft läuft entweder alles über mich oder es werden keine Infos weitergegeben. Punkt. Es stand bisher in jedem Bericht irgendein Blödsinn drin, den ich nicht ungefiltert/ unkommentiert weitergeben will. Selbst im Bericht vom Schlaflabor :roll:, wo ich ja eigentlich sehr zufrieden mit dem Aufenthalt und dem Arzt war. Oft sind es nur Kleinigkeiten, meist sogar in Sachaussagen (so wie z.B. mein Bezugstherapeut irgendwie nicht gerafft hatte, dass man Erststudium bereits abgeschlossen ist) – aber sie könnten evtl. den Arzt doch etwas verwirren…

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