Unverständnis II

Eine Situation kurz nach dem Horrorumzug. Meine Eltern sind mit dem Auto zum neuen Wohnort gekommen, weil es noch etwas in der Wohnung zu machen gibt und ich ein paar Sachen besorgen muss, wo man ein Auto braucht.
Also machen sie hier ein bisschen Urlaub.

Problem: Bei mir am Haus gibt es wenig Parkplätze. Es gibt ein paar Parkplätze, die offiziell zu einer Versicherungsagentur im Haus gehören, die seit ein paar Tagen geschlossen ist. Sie sind also fest vermietet. An wen, steht nicht dran, nur dass sie vermietet sind – auf meine Nachfrage hin, wo man zum Ausladen parken kann, hatte mir der Vermieter gesagt, dass wir uns abends, wenn die Agentur zu ist, da hinstellen können.
Meine Eltern sind jetzt der Meinung, sie könnten sich doch immer da hinstellen und einfach einen Zettel ins Auto legen, dass sie bei mir sind, falls jemand kommt, dem der Parkplatz „gehört“.

Ich kann das nicht ertragen.
Vielleicht ist der Parkplatz ja schon weiter vermietet?
Es ist einfach ein Privatparkplatz, auch wenn die Agentur weg ist.
Da darf man sich nicht draufstellen.
Früher hast du sowas doch auch aushalten können, also reiß dich jetzt mal etwas zusammen, würden sie sicher sagen, wenn ich es ansprechen würde.
Ja, aber jetzt geht es mir gerade nicht gut.
Es ist maximaler doppelter Stress für mich, hier an der Uni zu beginnen.
Einmal, weil alles neu ist, neue Leute, neue Kontakte. An der alten Uni habe ich JAHRE gebraucht, bis ich wirklich Kontakte hatte. Kontakte, die auch über Veranstaltungen an der Uni oder in der Gemeinde rausgingen.
Zum anderen, weil ich ja so müde bin, dass ich nicht weiß, ob und wie ich das Studium packe.
Dazu kommt im Fall des Parkplatzes noch, dass hier womöglich jemand klingelt, wenn wir einen Zettel ins Auto legen. Ich hasse die Türklingel! Ich mag dann nicht aufmachen! Ich mag nicht mit jemand reden und ihm erklären, dass meine Eltern meinten, man kann sich mit einem Zettel im Auto doch da hinstellen, wenn ich selber es doch als „falsch“ empfinde.

Selbst meine Mutter meinte „also irgendwann ist Schluss“, als ich versucht habe zu erklären, warum ich das absolut nicht will, dass sie sich da hinstellen.

Schlussendlich habe ich gesagt, dass sie halt mit dem Auto dort halten sollen und ich komme dann und suche für das Auto einen anderen Parkplatz :roll:. Dann war endlich Ruhe.

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Über gedankenkarrussel

zwischen 25 und 35, Christ, naturwissenschaftlich interessiert, Aspergerautistin im Kampf mit der Müdigkeit... (darüber schreibe ich mehr in meinem Blog https://gedankenkarrussel.wordpress.com/ )
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8 Antworten zu Unverständnis II

  1. Träumerin schreibt:

    Irgendwie respektlos von deinen Eltern. Schließlich bekommst du ja dann eventuell den Ärger mit dem Vermieter („Ich hab ihnen doch gesagt, sie können dort nur abends parken“) oder eben dem Mieter des Parkplatzes. Ich würde drauf bestehen, dass sie sich an die Anweisung halten und sich selbst einen Parkplatz suchen. Wenn Du immer nachgibst, wird sich nie was ändern und sie werden Dich weiter nicht ernst nehmen.

    • gedankenkarrussel schreibt:

      Ja, ich hab auch gemeint, MIR ist es nicht egal… (in meinen Augen) saublöde Antwort meiner Eltern: „DU stehst doch auch nicht da, es ist doch UNSER Auto.“
      Ja ne, ist klar. Aber es sind zufällig meine Besucher und ICH wohne hier :roll:.
      Aber find ich interessant, dass du nicht findest, dass ich mich da zu sehr „anstelle“…

  2. eenemeenemuh schreibt:

    Ich finde auch nicht, dass du dich da zu sehr anstellst. Mir würde es ganz genauso ergehen. Kommt mir jedenfall seeehr bekannt vor! Find super, dass du das nicht einfach geschluckt hast, sondern dein Gefühl mitgeteilt hast. Ich scheitere da jedes Mal, weil mir dann die Beharrlichkeit bzw. dem anderen das Verständnis fehlt.

    • gedankenkarrussel schreibt:

      Ich bin da meist ziemlich direkt – meine Eltern würden vermutlich sagen „zu direkt“ :lol:. Nichts zu sagen fällt mir ziemlich schwer, auch wenn ich mich bisher meist beherrscht habe, weil ich dachte, ich „spinne“ oder übertreibe.
      Seit ich die Diagnose hab, trau ich mich eher, das zu sagen und vor allem auch ‚ganz frech‘ Verständnis einzufordern (vorausgesetzt, es ist jemand, der die Diagnose kennt). Ich gebe Erklärungsversuche dann allerdings recht schnell auf, wenn sie nichts bringen – bleibe aber halt bzgl. meines Standpunktes stur wie in diesem Fall, wo ich gesagt habe, dass das Auto da NICHT stehen wird, und wenn ich es selber wegfahre und einen anderen Parkplatz suche.
      Aber wie man an meinen Blogeinträgen merkt, mache ich mir dann halt doch immer mal wieder Gedanken, ob ich nicht zuviel von meiner Umwelt verlange… aber ihr scheint das ja nicht zu finden – und manch anderer (im Real life) auch nicht…

  3. Träumerin schreibt:

    Also dieser Wunsch von Dir, dass die Worte des Vermieters befolgt werden, hat überhaupt nichts mit Deiner Diagnose zu tun, das ist wirklich ganz normal. Schließlich möchte man vor allem nach einem Neueinzug nicht gleich Ärger haben. Und das Argument von Deinen Eltern, von wegen es ist ja ihr Auto und nicht Deines ist auch einfach nur kindisch, denn sie sind Deine Gäste und selbstverständlich bist Du dann mitbetroffen. Ausserdem haben sich Gäste nach dem Gastgeber zu richten und nicht umgedreht und wenn dieser sagt, da bitte nicht parken, dann ist das einfach auch zu akzeptieren.

    Ich finde es krass, dass man über so etwas überhaupt diskutieren muss bzw. darüber Stress ensteht, leider kenne ich so etwas aber auch sehr gut. Bei mir ist es nur so, dass ich dann irgendwann echt explodiere, weil es mir zu blöd wird 😉

    • gedankenkarrussel schreibt:

      Vielen Dank für den Zuspruch!
      Explodieren ist bei mir die eine Gefahr, es kann aber auch gut sein, dass ich mich absolut gefrustet abwende – dann bin ich halt „beleidigt, weil etwas nicht nach meinem Kopf geht“ :roll:…

  4. Gardiners-Seychellenfrosch schreibt:

    Ich hab ehrlich gesagt die ganze Nacht gedankenkarusell gehabt wegen dem Post… Ich würd sagen deinen NT Eltern kannst du vertrauen. Nts wissen wie man keinen Ärger kriegt, Eltern machen normalerweise nix was ihren Kindern schadet. Sie haben recht wenn einer ärger bekommen hätte der halter des fahrzeugs, steht ja aufm auto nicht drauf gehört zu Gedankenkarussells eltern. Ich bin zigmal umgezogen, das Einfachste ist wirklich das Auto so nah wie mgl. ranzustellen, auch wenns n fremder ParkplatzHalteverbot/ Fußweg ist, fix ausladen max. 1/2 h, günstig wäre man besorgt sich ne Ladeberechtigung von der Kommune für den Umzug. Zeug auf die Wiese stellen bzw. man hat soviele Helfer die alles schon reintragen, Auto wegparken…. Ferdsch.. Bei Umzug meckert kein NT, wenn du einen Zettel im Auto hast. Die Vermieter erzählen auch viel wenn der Tag lang ist und meinen es nicht so… Viele NTs meinen nicht was sie sagen. Regeln gut und schön, aber wie Jesus schon sagte Buchstabe und Geist der Regeln, Regeln müssen nützen, dann kann man sie befolgen, wenn sie nicht nützen, ist es erlaubt sie nicht zu befolgen.
    Hihi, meine Oma ist auch so stur wie deine Eltern da hilft nur beten, dass nix unvorhergesehenes passiert die ängste nicht eintreffen, die angst nicht kommt…

    • gedankenkarrussel schreibt:

      Vielleicht war es etwas missverständlich formuliert – aber es ging nicht darum, sich mal kurz zum Ausladen dahin zu stellen, sondern um die Stunden, die sie bei mir verbringen und wir in meiner Wohnung sind.
      Zum Ausladen habe ich damit auch kein Problem (und vermutlich auch sonst keiner).

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