Horrorumzug

So hat es sich für mich angefühlt, obwohl eigentlich „nix Schlimmes“ war.

Ich hatte Pläne.
Gute Pläne (fand ich).
Sie wurden durchkreuzt.
Von ahnungslosen Eltern, die mir einen Gefallen tun wollten.
Man tut mir aber keinen Gefallen, wenn man meine Pläne durchkreuzt, auch wenn ich dadurch weniger Arbeit habe.

Meine alte Wohnung musste noch gestrichen und geputzt werden.
Ich wollte das (mit Helfern) noch selber machen, nachdem die Möbel draußen waren.
Meine Eltern beschlossen dann, dass sie das doch auch machen könnten, damit ich weniger Arbeit habe, ich hätte doch ohnehin noch so viel zu erledigen, dass es kaum zu schaffen sei.
Nett gemeint.
Aber wie es so schön heißt „das Gegenteil von gut gemeint ist gut gemacht“.
Ich bekam innerlich totale Panik, als meine Eltern mir das verkündeten und sich auch nicht umstimmen ließen.
Stand neben mir.
Hatte das Gefühl, mich „nur noch im Kreis zu drehen“.
Was eine „selbsterfüllende Prophezeiung“ ergab.
Ich bekam nichts mehr hin und schaffte noch nicht mal das nun verringerte Pensum ohne Probleme.

Erst allmählich wurde mir klar, warum das ganze eigentlich so schlimm für mich war.
Einerseits natürlich die Planänderung.
Aber vor allem auch die Tatsache, dass ich so die Sache nicht „abschließen“ konnte.
Es fühlte sich so furchtbar falsch und „unfertig“ an, die Wohnung in „unvollkommenem“ Zustand zu hinterlassen, andere die („meine“) Arbeit machen zu lassen.
Wie kann ich eine neue Wohnung einrichten, wenn das Thema „alte Wohnung“ noch nicht beendet ist?

Meine Kraft ist in solchen Situationen ziemlich schnell aufgebraucht, zumal ich Tage davor schon ständig (helfende) Menschen um mich rum hatte und das mir für die Tage danach auch „bevorstand“ – viel zu viele Tage hintereinander mit Stress und Menschen…

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Über gedankenkarrussel

zwischen 25 und 35, Christ, naturwissenschaftlich interessiert, Aspergerautistin im Kampf mit der Müdigkeit... (darüber schreibe ich mehr in meinem Blog https://gedankenkarrussel.wordpress.com/ )
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12 Antworten zu Horrorumzug

  1. Blogleserin schreibt:

    Musst du die Wohnung nicht noch abgeben? Wenn ja nimm dir die Zeit vorher nochmal allein durch alle Räume zu gehen, durch die Fenster zu schauen und Tür für Tür zuzumachen. So habe ich das bisher immer gemacht wenn ich aus/umgezogen bin.

    • gedankenkarrussel schreibt:

      Ne, muss ich nicht.
      Mittlerweile hab ich mich so halbwegs beruhigt… die Wohnung war ja fast fertig und das Schlimmste war wohl echt die Planänderung und dass es sich falsch anfühlte, dass meine Eltern „meine“ Arbeit (allein) gemacht haben…

  2. Träumerin schreibt:

    Schade dass Deine Eltern Deine Wünsche einfach nicht respektieren. Obwohl es natürlich gut gemeint war, aber wenn sie sehen, dass du es doch nicht möchtest….

  3. Amy schreibt:

    Das Problem kenne ich. Man ist völlig gestresst, irgendjemand will einem etwas abnehmen – und das geht einfach nicht. Das ist doch der Plan!! Leider ist es so schwer, anderen zu vermitteln, warum es eben nicht hilft, dass sie einem in dem Moment Arbeit abnehmen 😦 Schade, dass es bei deinen Eltern nicht geglückt ist…
    Bist du denn inzwischen ein bisschen in der neuen Wohnung zur Ruhe gekommen und hast dich eingelebt?

    • gedankenkarrussel schreibt:

      Genau!
      Doch, jetzt bin ich halbwegs zur Ruhe gekommen, auch wenn ich immer wieder etwas suche, dessen Platz ich mir nicht merken konnte – in der alten Wohnung hatte halt alles seinen „Stammplatz“ (also alles, was nicht im Chaos war^^, aber selbst im Chaos hab ich da die meisten Dinge gefunden…)

      • Amy schreibt:

        Ja!! Mein Handy muss IMMER genau da sein, wo es hingehört, egal wie es drum herum aussieht. Da gehört es doch hin! Und egal wie groß das Chaos war, ich finde erst seit dem aufräumen nix mehr wieder 😀 Im Chaos habe ich halt trotzdem Papierzeug auf den eigenen, einen Berg gelegt und wusste, dass Papierzeug eben wieder da sein muss. Nach meinen Umzügen oder auch nur nach dem aufräumen bin ich erst mal aufgeschmissen, weil jetzt erst mal nichts mehr da ist, wo es vorher war.. das stresst mich gerade fast mehr als das Chaos vorher 😉

      • gedankenkarrussel schreibt:

        Hihi… so geht es mir mit der Armbanduhr^^

  4. Pingback: Buff buff buff | Gedankenkarrussel

  5. Pingback: Unverständnis II | Gedankenkarrussel

  6. kimy schreibt:

    oh man ich kann dich total gut verstehen! hast du dich mittlerweile ein bisschen erholen können? ich muss in 6 monaten von berlin nach frankufrt ziehen und habe jetzt schon die größte panik. habe auch noch keine wohnung und die wohnungsmarktsituation sieht ja auch sehr mäßig aus.. wie hast du eigentlich deine wohnung gefunden? einfach standard über http://www.immobilienscout24.de/de/wohnen_miete/index.jsp oder über privat? hast du lange für die suche gebraucht? würde mich über tipps freun, bevor ich auch noch völlig durchdrehe…

    • gedankenkarrussel schreibt:

      Ich hatte es privat versucht, das Ergebnis war dann das hier 🙄 :
      https://gedankenkarrussel.wordpress.com/2012/06/05/laune-verdorben/
      Muss natürlich nicht immer so laufen… ich würde es trotzdem auch beim nächsten Mal wieder so versuchen, denk ich.

      Schlussendlich hab ich dann auch auf den einschlägigen Immobiliensuchseiten geschaut (immobilienscout und das Portal der lokalen Zeitung sowie wg-gesucht). Ich hab schon ein paar Wochen gesucht, hab aber auch sehr rechtzeitig angefangen und mir den „Luxus geleistet“, alle Wohnungen mit Maklergebühren auszuschließen. Und die, wo trotz angegebener Mailadresse, keiner auf Mails geantwortet hat, auch^^.
      Im Vergleich zu meinem alten Wohnort war die Situation hier viel besser – also mehr angeboten und günstiger. Am alten Ort konnte man für ein ca. 10qm-Zimmer in einer staatlich subventionierten Wohnung (Vierer-WG) locker 300 € und mehr hinlegen…

      Wenn du auf das tag „Umzug“ klickst, findest du auch ein bisschen was zu meiner Wohnungssuche 😉

      Vom Umzug hab ich mich soweit erholt, dafür sorgt die Uni jetzt für „Abwechslung“…

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