Bilder

Ich bin meistens ziemlich schnell fertig, wenn es darum geht, Bilder anzuschauen – vor allem, wenn hauptsächlich Personen darauf abgebildet sind.
Meine Eltern werfen mir (und dem Geschwisterkind) noch heute vor, dass man mit uns keinen Urlaub hätte machen können, weil wir (u.a.) nicht bereit waren, Kompromisse einzugehen, was das „Programm“ anging – Besichtigungen waren mit uns nicht wirklich möglich… wir haben dann schon auch mal demonstrativ in einer Kirche „Ich sehe was, was du nicht siehst“ gespielt…

Jetzt stieß ich beim Lesen auf tagesschau.de auf einen Artikel zu einem Künstler. (Da die tagesschau-Artikel oft nach kurzer Zeit wieder aus dem Netz genommen werden müssen, hier noch ein anderer Link zu dem Bild, um das es mir geht: Bild.)

Zu dem Bild steht in der Bilduntschrift, dass der Blick des Mädchens den Betrachter sofort in seinen Bann ziehe. Am Anfang des Artikels steht, dass der Blick dem Betrachter signalisiere „du störst“ [beim Musizieren].
Ich empfinde sowas gar nicht. Was der Blick aussagt, kann ich überhaupt nicht sagen. Er wäre mir noch nicht mal aufgefallen, wenn nicht explizit auf ihn hingewiesen worden wäre, da ich ohnehin selten auf Gesichter schaue. Die Hände auf den Tasten finde ich viel interessanter ;-). Aber auch wenn ich hinschaue, kann ich bestenfalls sagen, dass sie nicht so schaut, wie ich es erwarten würde. Sie schaut halt zur Seite… aber ob sie sich in ihrer Tätigkeit gestört fühlt oder sonstwas, kann ich daraus nicht erkennen.
Können andere Menschen (NTs?) an diesem Blick wirklich was erkennen oder ist das halt eine „blumige“ Ausdrucksweise des Reporters? Es erscheint mir so unvorstellbar, dass man da überhaupt irgendwas rauslesen kann…

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Über gedankenkarrussel

zwischen 25 und 35, Christ, naturwissenschaftlich interessiert, Aspergerautistin im Kampf mit der Müdigkeit... (darüber schreibe ich mehr in meinem Blog https://gedankenkarrussel.wordpress.com/ )
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2 Antworten zu Bilder

  1. Amy schreibt:

    Hmm… ich habe erst deinen Beitrag gelesen und dann das Bild angeklickt. Mich hat tatsächlich sofort der Blick angezogen, allerdings kann ich nicht beurteilen, ob das am Bild oder an der Vorinformation lag 😉 Für mich sieht der Blick allerdings eher traurig oder leer, abwesend aus. Eine Störung beim Spielen kann ich da wirklich nicht erkennen… beim zweiten Ansehen finde ich jetzt aber die „Spiegelung“ des Mädchens in der Front des Klaviers viel faszinierender und habe gar nicht mehr so sehr den Effekt, dass der Blick mich anzieht. Aber ich bin auch vor allem sehr detailverliebt, wenn ich Bilder ansehe und an sich schon auch ein Fan von Kunst. Ich liebe die Alte Nationalgalerie in Berlin und habe mich da eine Ewigkeit in der 3. Version von Böcklins Toteninsel festgeguckt 🙂 ( http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Datei:Arnold_Boecklin_-_Island_of_the_Dead,_Third_Version.JPG&filetimestamp=20080130212828 )

    • gedankenkarrussel schreibt:

      Wenn nicht gerade Menschen drauf sind, kann ich Bilder auch etwas intensiver anschauen (das Inselbild gefällt mir ganz gut), allerdings immer noch kürzer als der durchschnittliche Mensch, mit dem ich unterwegs bin… mit Andrea war ich genau einmal beim „Sightseeing“, danach haben wir beschlossen, dass wir zwei bestenfalls Strandurlaub miteinander machen können :lol:, auch wenn wir uns sonst sehr gut verstehen. Was das betrifft, sind Fine und ich uns wesentlich ähnlicher *g*.

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