Berührungen

Viele Aspies haben ja Probleme mit Berührungen.
Das ist bei mir kaum so.
Gut, ich mag keine Umarmungen von Leuten, die nicht mag, aber das dürfte ja normal sein.
Da ich bis zu meinem Studienbeginn alle Jungs mal schon wegen ihres Geschlechts doof fand, mochte ich Umarmungen von ihnen gar nicht.
Ansonsten mag ich Berührungen – und ich glaube, es liegt daran, dass mir das auch wieder Sicherheit gibt.
Jemand, der mich fest in den Arm nimmt, wird die Aussage „ich mag dich, so wie du bist“ vermutlich ernst meinen.
Eine („richtige“) Umarmung ist einfach viel eindeutiger als irgendwelche Nuancen in der Mimik.

Nachtrag: In den ersten Lebensjahren mochte ich laut meiner Mutter übrigens Kuscheln und Berührungen nicht… das kam erst nach ein paar Lebensjahren, wo ich dann aber zeitweise auf alles und jeden zuging…

Nachtrag 2: Das bezieht sich jetzt alles eher auf Umarmungen – plötzliche, überraschende Berührungen kann ich gar nicht haben. Ich erschrecke tierisch, wenn jemand mich unerwartet berührt. Und auch beim Arzt ist mir lieber, dass vorher gesagt wird, was gleich passiert…

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Über gedankenkarrussel

zwischen 25 und 35, Christ, naturwissenschaftlich interessiert, Aspergerautistin im Kampf mit der Müdigkeit... (darüber schreibe ich mehr in meinem Blog https://gedankenkarrussel.wordpress.com/ )
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2 Antworten zu Berührungen

  1. Amy schreibt:

    Ganz ehrlich: Sei froh! Ich habe gelernt, wann eine Umarmung zur Begrüßung sozial gesehen dazu gehört und kann das auch, aber ich zucke halt bei diversen versehentlichen Berührungen schon zusammen und habe zB so gar kein Gefühl dafür, wann es angebracht ist, andere Menschen in den Arm zu nehmen oder ihm zB über den Arm zu streicheln… ich bin da einfach sehr unbeholfen, gerade auch weil ich selbst nicht angefasst werden will.

    Wie ist es denn inzwischen mit männlichen Bekannten und Umarmungen bei dir? Oder mit Berührungen in einer Beziehung? Ist das für dich nochmal was anderes als bei Freundinnen?

    • gedankenkarrussel schreibt:

      Wann es angebracht ist, jemand anderem über den Arm zu streichen oder ihn in den Arm zu nehmen, weiß ich selber auch nicht wirklich… „kaum Probleme mit Berührungen“ bezieht sich also eher darauf, dass es mir (meist) nichts macht, wenn jemand anders mich berührt. Wobei ich mit „über den Arm streichen“ u.ä. auch nicht viel anfangen kann. Wenn ich so drüber nachdenke, dann denke ich eigentlich vor allem an Umarmungen oder den Arm um jemand legen – und Händeschütteln, aber damit habe ich gar kein Problem (auch wenn man es von mir aus gerne abschaffen könnte). So ein Streicheln ist für mich schon wieder zu unklar, auch wenn ich es schon eher als positive „Äußerung“ werte.

      Inzwischen finde ich Umarmungen von männlichen Bekannten ganz ok. Das ist aber auch erst seit ein paar Jahren so, davor bin ich stocksteif geworden oder hab direkt abgewehrt, wenn mir ein Mann näher kam als zum Hände schütteln.
      Ich könnte mich aber nicht von einem Mann „länger“ in den Arm nehmen lassen. Also mal zur Begrüßung oder zum Abschied ist ok, wenn ich denjenigen gut kenne und mag, aber nicht zum Trösten oder so. Das dürfen nur weibliche Wesen.
      Über Berührungen in Beziehungen kann ich nichts aussagen, da ich noch nie eine Beziehung hatte. Aber ich glaube, das wäre für mich ok. Ich glaub, dass ich es bei Männern nicht „länger“ mag, liegt hauptsächlich daran, dass ich Angst habe, dass es von mir oder dem anderen missverstanden wird.

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