Umgang mit der Diagnose

Gerade überlege ich mir, wie offen ich damit umgehen soll.
Von der Art her läge mir Offenheit definitiv mehr.
Im letzten Jahr habe ich eigentlich durchweg positive Reaktionen bekommen, wenn ich erzählt habe, dass bei mir nicht alles so toll ist, wie es auf den ersten Blick scheint.
Ich konnte damit manche Überforderungssituation vermeiden.
Ich musste mir keine Geschichten ausdenken, warum ich fast zwei Monate „in der Versenkung verschwunden“ war.
Ich kann einfach sagen „du, mir ist heute nicht so nach einem Treffen“.
Oder sagen, dass es mir nicht so gut geht.
Ich musste dadurch insgesamt weniger „Theater spielen“.
Aber schaffe ich mir Nachteile durch einen offenen Umgang?
Was sage ich an der Uni?
Merken werden die anderen doch eh, dass ich anders bin…
Aber schadet es mir irgendwie, wenn es bei der Uni „aktenkundig“ ist?
Reagieren die Menschen vielleicht genauso verständnislos wie mein Vater?
Aber vielleicht unterstelle ich ihnen da auch was, denn bei den anderen Problemen, die ich im letzten Jahr hatte, waren sie irgendwie auch verständnisvoller als er…

Wie macht ihr das?

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Über gedankenkarrussel

zwischen 25 und 35, Christ, naturwissenschaftlich interessiert, Aspergerautistin im Kampf mit der Müdigkeit... (darüber schreibe ich mehr in meinem Blog https://gedankenkarrussel.wordpress.com/ )
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3 Antworten zu Umgang mit der Diagnose

  1. Amy schreibt:

    Ich habe noch keine Ahnung, wie ich damit umgehen würde, aber natürlich auch schon darüber nachgedacht. Ich denke, dass das zentrale Problem ist, dass nicht jeder sich etwas unter der Diagnose vorstellen kann und nicht jeder bereit ist, seine Vorstellungen zu überdenken. Gerade an der Uni stelle ich es mir schwierig vor, eine Prüfung bei einem Prof abzulegen, dessen vorgefasste Meinung von mir auf seinen Vorurteilen bezüglich Autismus basiert… Andererseits hoffe ich aber, dass gerade an der Universität weniger Vorurteile kursieren. Fürs Berufsleben nach der Uni ist für mich aber ganz klar, dass ich, falls ich die gleiche Diagnose bekomme, diese verschweigen werde. Der Arbeitsmarkt gerade für Geisteswissenschaftler ist stark umkämpft und das Asperger-Syndrom für die meisten Arbeitgeber wohl eher kein Einstellungskriterium.

    • gedankenkarrussel schreibt:

      An der Uni ist halt vor allem auch die Frage, inwieweit ich es verschweigen kann – ich werde vermutlich Nachteilsausgleiche brauchen, ich habe nicht mehr die Kraft mich irgendwie so durchzuboxen wie bei meinem bisherigen Studium (und auch dort war es zeitweise ziemlich knapp bzw. unschön…)
      Ob es gescheit ist, es dem Arbeitgeber zu verschweigen? Einerseits sicher (Vorurteile, Job bekommen usw.), andererseits hat man dann eben auch kein Anrecht auf Nachteilsausgleiche (besserer Kündigungsschutz, ggf. angepasste Gestaltung des Arbeitsplatzes etc).
      Aber im naturwissenschaftlichen Bereich sieht es auf dem Arbeitsmarkt auch etwas besser aus als im geisteswissenschaftlichen.

  2. Pingback: Suchbegriffe (ernsthaft) | Gedankenkarrussel

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