„Falsch“

Es gibt so vieles, was sich für mich „falsch“ anfühlt.
Wenn z.B. gesungen wird und die Leute nicht abwarten können, bis der Gitarrist den Anfangston vorgegeben hat – sodass dieser dann nicht mehr einsteigen kann und es noch schiefer als ohnehin wird.
Wenn Leute kichern und gackern, während andere was erzählen, auch wenn es nicht gerade in der Schule oder Uni ist.
Wenn Leute was Verbotenes tun und ich mitmachen muss (Gruppenschwänzen in der Schule z.B.) Da bekomme ich schon beinahe Panik, aber ich will eigentlich auch gar nicht, dass es mir nichts ausmacht, denn es fühlt sich ja „falsch“ an es zu tun.
Wenn irgendwo Rechtschreib- oder Grammatikfehler sind.
Wenn jemand oder eine Situation (meiner Meinung nach) falsch = ungerecht bewertet wird. Es fühlt sich total falsch an, dass dann nicht zu äußern, ggf. jemanden zu verteidigen oder mich zu rechtfertigen.
Und das kann ich in solchen Situationen nicht einfach ignorieren.
Wenn ich es dann sage, sind die anderen oft genervt.
Ich soll das nicht so ernst nehmen, ich soll nicht so besserwisserisch sein usw.
Wenn ich nichts sage, fühlt es sich an, als ob ich innerlich explodiere.
Mir bleibt dann nur noch, falls es geht, so schnell wie möglich die Situation zu verlassen oder wenn das nicht geht, unter die Glasglocke abzutauchen.
Aber Flüchten fühlt sich eigentlich auch falsch an… „richtig“ anfühlen würde sich, es zu sagen, damit sich die Situation dann auch möglichst ändert, aber ich habe gelernt, dass man das besser nicht macht.

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Über gedankenkarrussel

zwischen 25 und 35, Christ, naturwissenschaftlich interessiert, Aspergerautistin im Kampf mit der Müdigkeit... (darüber schreibe ich mehr in meinem Blog https://gedankenkarrussel.wordpress.com/ )
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9 Antworten zu „Falsch“

  1. dieandereperspektive schreibt:

    Das sind die Probleme, die duch die nicht statt findende nonverbale Kommunikation entstehen. Wenn dich deine „Kameraden“ nicht einbinden, in dem sie dir erklären um was es dabei gerade geht, dann folge deinem Gefühl, inwieweit du da mitmachen möchtest. Bedenke, dass jedes outing eine Konfrontation zur Folge haben wird. Das muss aber manchmal auch sein, denn du must ja damit klar kommen.
    Beziehen sie dich jedoch in ihre Pläne mit ein, dann ist es besser mitzumachen, solange du das noch kannst, ansonsten sage ihnen einfach, dass das nicht geht, durchkreuze aber ihre Pläne nicht. Rate ich meinen Sohnemann auch immer, hier klar abzuwägen, weil so ein Verhalten automatisch zur Ausgrenzung führt. NT’s haben dafür Null-Verständnis, je jünger, desto krasser.
    Das ist mein Rat, probieren geht immer über studieren. Erwarte aber nichts dabei, es wird als selbstverständlich vorausgesetzt.

    • gedankenkarrussel schreibt:

      Und was macht man, wenn man „innerlich explodiert“, aber eben nicht wegkann? So war das im Sportunterricht oder dieses Jahr im Sport in der Klinik, weil ich eine Entscheidung bei einem Mannschaftsspiel unfair fand – einfach wegrennen ist nicht, aber es war nicht auszuhalten. (In diesem Fall hab ich mich an den Rand gesetzt und gesagt, ich mach nicht mehr mit, aber in der Schule hätte ich das ja nicht bringen können… hat mir schon gereicht, dass die wirklich sehr liebe Physiotherapeutin hinterher zu mir kam und meinte, dass Bocken doch nicht so ganz die tolle Reaktion sei…)

      • dieandereperspektive schreibt:

        Ja, so werden die Abnicker abgerichtet. Einer hat entschieden und gut ist.

        Aber in einem Mannschaftssport ist es wichtig dass es weitergeht und alle mitmachen, daher nicht aus der Reihe tanzen. Deine Kritik ist völlig ok, jedoch wie in einem Fussballspiel halt erst hinterher, z. B. wenn der Elfmeter nicht gegeben wurde. Was würde denn sonst passieren, wenn der Stürmer plötzlich in die Kabine geht?
        Hatte ja wohl nicht ganz unrecht, oder?

        Wenn du aber wirklich deswegen nicht mehr kannst, dann sag halt einfach, dass es dir nicht mehr gut geht und du aufhören musst. Ist ja nicht einmal gelogen.
        Ist halt ein zweischneidiges Schwert, willst du dazu gehören brauchst du da ein „dickeres Fell“ (d.h. dann must du das auch aushalten können).

      • gedankenkarrussel schreibt:

        Klar hatte die Physiotherapeutin Recht… nur hab ichs echt nicht mehr ausgehalten.
        Mit „mir geht’s nicht gut“ bin ich wieder in der Ecke, wo ich überlege, ob ich mich nicht nur doof anstelle bzw. dass ich mich doch nur mal zusammenreißen müsste :roll:.
        Mit „dazugehören wollen“ hatte die Situation ja eigentlich nix zu tun, hatte mir ja nicht ausgesucht, dass ich das mache. Ansonsten meide ich solche Gelegenheiten momentan nach Möglichkeit, weil ich das Gefühl habe, dass mich im Moment schon Kleinigkeiten zum Explodieren bringe. Da schaue ich dann schon zu, dass ich meine Kräfte für den „Alltag“ aufbewahre.

  2. dieandereperspektive schreibt:

    Genau das meinte ich auch damit. Wenn es dich anstrengt dazu zu gehören, dann lasse es besser sein. Suche nach Möglichkeiten, wo das auch wirklich geht.. Der Mannschaftsport schadet in diesem Zusammenhang.

    • gedankenkarrussel schreibt:

      Wenn ich die Wahl habe, tue ich das auch inzwischen (meistens) 😀
      Nur hatte ich in der Klinik halt keine Wahl, ob ich den Sport mitmachen will oder nicht 😉

      • dieandereperspektive schreibt:

        Du darfst aber dem Arzt sagen, dass dich Gruppensituationen belasten und du deshalb manchmal die Gruppe verlassen musst. Es macht keinen Sinn, dass du dich da quälst. Nur wenn es für dich wichtig ist, würde ich das tun. Du sollst dich dort erholen und nicht Konflikte wälzen. Wie reagiert der Sporttherapeut, schon mal darüber gesprochen?

      • gedankenkarrussel schreibt:

        Die Geschichte mit dem Sport ist nicht mehr aktuell, sie war nur ein gutes Beispiel. Das war in der Klinik und da bin ich ja nicht mehr.
        Ja, vielleicht hätte ich mich trauen sollen, was zu sagen. Aber ich bin dann meistens eher auf dem Trip „stell dich nicht so an“ oder „das muss ich halt (endlich mal) lernen“… Die ganze Sache hatte sich nach einmal Teilnahme am Sport eh erledigt, weil ich gestürzt bin und dann verletzungsbedingt bis zum Ende des Aufenthalts beim Sport nicht mehr mitmachen konnte… wobei ich das eigentlich eher schade fand, weil es mir an sich Spaß gemacht hat und ich auch die Physiotherapeutin sehr mochte. Die war toll und dann schon sehr verständnisvoll, als ich ihr erklärt hab, wieso ich so reagiert hab.

  3. Pingback: Nervige Kleinigkeiten | Gedankenkarrussel

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