Aggressionen

Manche Fragen machen mich aggressiv.
Obwohl ich genau weiß, dass sie nicht irgendwie „böse“ gemeint sind, dass sie vielleicht sogar sinnvoll sind.
Aber wenn es Fragen sind, wo ich die Antwort genau weiß und das dann aber in keinster Weise umsetzen kann, lässt mich das beinahe verzweifeln – oder halt aggressiv werden.
Letztens waren es die beiden Fragen meiner Psychologin, über die ich nachdenken sollte:

  1. Wie kann ich es mir leichter machen?
  2. Wo stehe ich mir selbst im Weg und ist es sinnvoll, mir selbst im Weg zu stehen?

*SCHREIIIIII*
Wie ich es mir leichter machen kann, weiß ich nicht.
Beziehungsweise die Dinge, die mir einfallen, lassen sich nicht umsetzen. Das wären so Dinge wie „denk nicht zuviel nach, mach es einfach (die anderen denken auch nicht so viel über dich nach, wie du denkst!)“, „stell dich nicht so an!“ (diese Reaktion wollte Frau T. bestimmt nicht erreichen…), „sei barmherzig mit dir selbst“ undsoweiterundsofort.
2. kann ich ebenfalls problemlos beantworten. Bloß weiß ich nicht, wie ich es anstellen soll, mir nicht selbst im Weg zu stehen.

Bei solchen Fragen spaltet Hirn sich irgendwie auf.
Ratio sagt „hey, reiß dich zusammen, ist doch alles ganz easy, wenn du dich nicht so doof anstellst“.
Das Limbische System hält dagegen: „Ich hab ANGST!!! Ich schaff das nicht! Hilfe!!! Ich bin allein, ich fühl mich einsam, ich fühl mich bedrängt!“
Und der Rest von Hirn versucht das ganze irgendwie zusammenzubringen und weiß nicht, wie er das anstellen soll.
Dominant ist der Teil, der sagt „Mensch, das kann doch nicht so schwer sein, dass endlich mal umzusetzen“ und weil ich es gleichzeitig eben doch nicht kann, fühle ich mich nach Schreien und Um-mich-Schlagen.
Aggressiv halt.

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Über gedankenkarrussel

zwischen 25 und 35, Christ, naturwissenschaftlich interessiert, Aspergerautistin im Kampf mit der Müdigkeit... (darüber schreibe ich mehr in meinem Blog https://gedankenkarrussel.wordpress.com/ )
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4 Antworten zu Aggressionen

  1. traurigaberwahr schreibt:

    Tag. Kann ich nachvollziehen. Was mir auffällt – die Antworten, die Du Dir gibst, sind Mainstream. Die, die man im Außen gesagt bekommt. Die einem im Kopf nachhallen. Wenn die was für Dich wären, wärst Du den Weg schon längst gegangen. Demnach würd ich sagen, es geht darum, für D i c h ganz e i g e n e Antworten zu finden. „Sich etwas leicht machen“ (eh so ’ne Sache, weil es impliziert, dass DU es SCHWER machst, allein den wertenden Ansatz würd ich schon anders angehen) hat 1001e Facetten. Findest DU, dass Du es Dir schwer machst? Oder findest Du, dass etwas schwer IST? Das sind schon zwei verschiedene Kisten. Und egal wleche Du davon evtl. bejahst, käme erstmal die Frage – MÖCHTEST DU da irgendwas ändern? Ich weiß für mich, dass es manches gibt, mit dem es mir nicht gut geht, aber der Umkehrschluß, dass ich da was ändern kann und dann gehts mit gut damit – der stimmt nicht. Das mag eine Formel für manches sein, aber sie passt nicht immer. Gut an der Formel ist halt, dass man Eigenverantwortung übernimmt. Nicht mehr im Schmerz/Unsicherheit etc. verharrt wie ein Kaninschen in der Totstellhaltung. Denn Fakt is – Leben wartet nich. Es will gelebt werden. Und dazu gehört Raum (Angst durch-) schreitend erobern. Wenns da nich dieser kleine Graben zwischen Theorie und Praxis wäre 😉

    • gedankenkarrussel schreibt:

      Hm, ist wohl eine Frage der Bewertung, ob ich mir was schwer mache oder ob es schwer ist. Objektiv betrachtet dürfte z.B. „Hörer in die Hand nehmen und bei der Hotline meines Providers anrufen“ nicht als schwer einzuschätzen sein. Für mich ist es das subjektiv aber. Aber nur weil ich es nicht gut kann, kann ich doch nicht sagen, dass eine Sache an sich schwer IST?!?

      “ Ich weiß für mich, dass es manches gibt, mit dem es mir nicht gut geht, aber der Umkehrschluß, dass ich da was ändern kann und dann gehts mit gut damit – der stimmt nicht.“
      Das ist ja mal ein interessanter Ansatz. Aber welche Wahl hab ich denn? Ich lass es so und es geht mir nicht gut – oder ich ändere es und es geht mir vielleicht besser, vielleicht auch nicht. Ein Dazwischen gibt es doch nicht wirklich, oder? Was, wenn es mir mit einer Sache so schlecht geht, dass ich es eigentlich nicht so lassen kann/ will, aber mir auch nicht vorstellen kann, es zu ändern?

  2. chaosmaeuschen schreibt:

    „Aber nur weil ich es nicht gut kann, kann ich doch nicht sagen, dass eine Sache an sich schwer IST?!?“ Doch, kannst du. Weil schwer und leicht eben subjektiv ist. (Außer vielleicht bei Gewichten, aber auch da muss man dann wieder die Relationen sehen…) Genauso wie gut/böse, viel/wenig, schlimm/nicht schlimm, normal/nicht normal… da kann man einfach keine allgemeingültige Wertung treffen.
    Mal als Beispiel: Mir liegen Sprachen, die lern‘ ich ohne Problem. Das ist für mich leicht. Physik, Chemie, Biologie… was völlig anderes. Die muss ich mir normalerweise ins Hirn pauken (außer Einzelheiten, die Hirn manchmal so faszinierend findet, daß es sie direkt speichert). Die sind für mich schwer. Für jemanden, wo die Begabungen und Interessen mehr im naturwissenschaftlichen Bereich liegen, sieht das wahrscheinlich andersrum aus. Und beide haben Recht!

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