Unterschiedliche Wahrnehmung

Oder vielleicht auch unterschiedliche Erinnerung?

Vorhin hab ich von meinen Eltern die Fragebögen bekommen, die sie für die Aspergerdiagnostik ausfüllen sollten.
Und ich hab echt gestaunt.
So manches Kreuz konnte ich überhaupt nicht nachvollziehen.
Wenn es nach den beiden Bögen geht, kann ich mir die Fahrt nach Freiburg komplett sparen.
Meine Erinnerung von manchen Dingen ist allerdings ganz anders.
Ist sie falsch?
Oder stimmt die meiner Eltern nicht?
Haben sie vielleicht manches gar nicht bemerkt?
Oder bilde ich mir was ein?
Und ich habe auch gewisse Bedenken, dass sie es korrekt ausgefüllt haben.
Meine Mutter meinte beim Telefonieren, dass bei manchen Punkten es schon zutrifft, dass ich das gemacht habe, „aber das ist doch normal“.
Hm, das war eigentlich gar nicht die Frage.
Ich hab dann also versucht ihr klarzumachen, dass sie nicht angeben soll, ob ich von dem, was normal ist sie als normal empfindet, abweiche – sondern einfach, wie es war.
Bei manchen Fragen war sie wohl richtiggehend empört à la „Was für eine Unterstellung“ :roll:.
Irgendwie hab ich das Gefühl, dass bei ihr ein paar Dinge noch nicht angekommen sind…

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Über gedankenkarrussel

zwischen 25 und 35, Christ, naturwissenschaftlich interessiert, Aspergerautistin im Kampf mit der Müdigkeit... (darüber schreibe ich mehr in meinem Blog https://gedankenkarrussel.wordpress.com/ )
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8 Antworten zu Unterschiedliche Wahrnehmung

  1. chaosmaeuschen schreibt:

    Nimm’s ihr nicht unbedingt übel. Ich glaube, Eltern sind sehr oft eben einfach zu nah dran, um manche Sachen zu bemerken (oder auch bemerken zu wollen). Die wollen einfach nicht, daß mit ihrem Kind etwas „nicht stimmt“ und übersehen es deswegen oder finden eine „normale“, beruhigende Erklärung. Wenn es Fragebögen gäbe (oder gibt, keine Ahnung), um rauszukriegen, wann eine Störung angefangen hat, und man einen meinem Vater geben würde, würde wahrscheinlich herauskommen, daß gar nicht angefangen hat, weil ich komplett „normal“ bin…

    • gedankenkarrussel schreibt:

      Muss ne Elternkrankheit sein…
      Ich hab halt Angst, dass ich deshalb keine brauchbare Diagnose bekomm (Übelnehmen tu ich es ihr nicht wirklich). Also egal, ob jetzt Asperger oder was anderes. Dass ich Probleme hatte, weiß ich, dass ich immer anders war als andere, sieht ja sogar meine Mutter so.
      Aber wenn sie das bei einer wie auch immer gearteten Diagnostik plötzlich nicht mehr so sieht und meint „alles normal“, dann bringt uns das keinen mm weiter…

      • chaosmaeuschen schreibt:

        Hm… ich kenn‘ mich da ja nicht aus. Aber spontan würde ich annehmen (oder zumindest hoffen), daß die Fragebögen sowas berücksichtigen. Gibt ja auch so Selbsttests, bei denen davon ausgegangen wird, daß du nicht sagst „jap, genau das ist mein Problem“ (z.B. für Drogensüchtige hab‘ ich die mal gesehen), aber je nachdem wie du die Fragen beantwortest, kommt es eben trotzdem raus…

      • gedankenkarrussel schreibt:

        Ja, das hoff ich auch, dass die das irgendwie einzuordnen wissen…

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