Geordnetere Bahnen

Zumindest ein bisschen.
Nachdem ich mich ja am Freitag ziemlich aufgeregt habe, hat meine Psychologin es jetzt geschafft, das ganze in etwas sinnvollere Bahnen zu lenken.
Dr. J. hat zwar mit dem „Leistungsdruck“ ziemlich sicher eher das Studium gemeint – aber wir haben es heute dann mal auf andere Bereiche bezogen. Und da kommt es viel eher hin. Ich denke so oft, ich muss dies und das schaffen und das stresst mich dann. Und mit „dies und das“ ist halt nicht eine Vorlesung oder Prüfung gemeint, sondern Alltagssituationen wie ein Telefonat. Oder dass ich so geprägt bin, dass ich mich doch für die Menschen um mich rum interessieren muss. Und zwar für alle. Es ist nicht so, dass mir alle Menschen um mich rum egal sind, es gibt einige, die mir sehr wichtig sind, und auch etliche, die mir etwas weniger wichtig, aber noch lange nicht egal sind. Aber es gibt halt auch die, wo ich eigentlich Informationen über sie mit einem Schulterzucken hinnehme. Menschen, mit denen ich vielleicht öfter begegnet bin, vielleicht sogar mal zusammengearbeitet habe, aber sonst kaum Berührungspunkte habe. Bis vor 2 Wochen habe ich mir meist noch nicht mal eingestanden, dass mir manche Menschen schlichtweg egal sind – und wenn, dann war da sofort die Stimme, die sagte „aber das darf doch nicht sein!!!“
Ich habe aus dem Gespräch mitgenommen: „Ich MUSS nichts!“
Und werde jetzt die nächsten Tage mal nutzen, um zu überlegen, was für Situationen mir normalerweise begegnen und wie ich dann mit ihnen umgehe – unter dieser Prämisse. Eines weiß ich schon: Wenn ich im Herbst umziehe, dann MUSS ich nicht in eine WG. Das wäre zwar ein Trainingsfeld, aber auch Stress. Ich kann jetzt also entspannt und (fast) ohne schlechtes Gewissen auf Wohnungssuche gehen. Sollte sich zufällig eine passende WG finden, denke ich drüber nach. Aber ich DARF auch einfach wieder eine Einzimmerwohnung nehmen!
Und muss halt weiterhin die Gratwanderung mitmachen, was zu viel und was zu wenig wäre, denn nur in meiner Wohnung zu sitzen, tut mir halt auch nicht gut.

Allerdings klärt es für mich dennoch nicht die Frage, was zuerst da war… bin ich müde, weil mich alles stresst, oder stresst mich alles, weil ich müde bin? Vermutlich liegt die Wahrheit wirklich in der Mitte. Es gibt Situationen, die mich stressen und die unvermeidbar sind und wo ich hinterher fertig bin, aber momentan stressen mich auch Situationen, mit denen ich sonst kein Problem habe.
Ich bin gespannt, was meine Hausärztin sagt, wenn ich zu ihr komme und erkläre, dass ich noch ein paar Blutwerte möchte… immerhin zweifeln auch einige Leute, deren Beruf mit Psych beginnt, ob die Müdigkeit wirklich (ausschließlich) psychisch bedingt ist…

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Über gedankenkarrussel

zwischen 25 und 35, Christ, naturwissenschaftlich interessiert, Aspergerautistin im Kampf mit der Müdigkeit... (darüber schreibe ich mehr in meinem Blog https://gedankenkarrussel.wordpress.com/ )
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