Asperger?!?

Gerade weiß ich wieder, warum ich diesen Blognamen gewählt habe.

Meine Psychologin hat mir diese Woche dringend geraten, mich auf Asperger testen zu lassen. So wie sie es gesagt hat, hatte ich den Eindruck, dass sie sich das gründlich überlegt hat und dass es nicht ein Schnellschuss à la „Mir fällt gerade auf, Sie schauen mich nie an beim Reden, lassen Sie sich doch mal auf Autismus testen“ war.
Ich habe da selber auch schon immer mal drüber nachgedacht. Manches passt gut, manches – meiner Meinung nach recht Zentrales – passt weniger. Asperger würde mehr erklären als die bisherige Diagnose Soziale Phobie, denn die Soziale Phobie habe ich erst seit 10 Jahren, Auffälligkeiten und Probleme gibt es aber schon seit der Kindergartenzeit.
Ich werde dann mal die Testung angehen – zu verlieren habe ich ja nichts. Schlimmstenfalls hat es mich etwas Zeit gekostet und ich bin hinterher genauso schlau wie vorher, bestenfalls habe ich eine Diagnose, die mir hilft, mich besser zu verstehen. Als „entlastend“ habe ich auch die Diagnose Soziale Phobie schon empfunden, aber Asperger würde mehr erklären. Und die Prognose ändern – eine Soziale Phobie kann fast vollständig verschwinden, Autist bleibt man ein Leben lang. Ich glaube, sollte ich eine Aspergerdiagnose bekommen, dann würde ich manche Therapieziele noch einmal überdenken und schauen, ob sie wirklich Sinn machen und sein müssen.

Ich versuche dann jetzt mal, meine Gedanken dazu aufzuschreiben… das wird ein Roman.

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Über gedankenkarrussel

zwischen 25 und 35, Christ, naturwissenschaftlich interessiert, Aspergerautistin im Kampf mit der Müdigkeit... (darüber schreibe ich mehr in meinem Blog https://gedankenkarrussel.wordpress.com/ )
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10 Antworten zu Asperger?!?

  1. dieandereperspektive schreibt:

    Eine Diagnose ist eine zweischneidige Sache, zum einen, du hast Gewissheit über dich selbst, zum anderen dein Verhältnis zu den anderen ändert sich. Mir hat sie damals geholfen, weil ich damit dann besser zurechtkam. Ich empfehle jedoch dazu eine Asperger-Ambulanz in deiner Nähe.

  2. gedankenkarrussel schreibt:

    Ich kann’s mir halt irgendwie nicht vorstellen, dass ich eine Diagnose bekomme, weil doch so manches auch „normal“ ist… und aber manches passt halt doch. Ich weiß überhaupt nciht, was ich denken soll. Das ist einfach alles so kompliziert 😦
    Problem ist auch, dass ich eine gescheite Stelle für die Diagnostik möchte, da habe ich auch schon Tips bekommen. Meine Psychologin empfahl die Uni Freiburg, über die ich auch Gutes gehört habe. Aktuell wäre das die nächste Stelle, aber bis ich da einen Termin habe, bin ich umgezogen. Nach dem Umzug wäre wohl Hannover gut, aber die sind so voll, dass sie nicht mal mehr auf Warteliste Leute aufnehmen… Von daher werde ich wohl bei Freiburg bleiben und dann halt von Norddeutschland hinfahren.

  3. dieandereperspektive schreibt:

    Freiburg ist eine gute Adresse, sie werden dir auch dabei helfen, anschließend eine Betreuung in deiner Nähe zu finden. Es wird nie alles passen, es gibt immer wieder individuelle Unterschiede. Solange der Zweifel an dir nagt ist Gewissheit die beste Medizin dagegen. Good Luck!

  4. gedankenkarrussel schreibt:

    Ja, mal sehen. Die Bögen hab ich inzwischen bekommen. Kämpfe gerade etwas mit der Motivation sie auszufüllen, nachdem ich so einen Haufen Anamnesefragen vor ein paar Monaten in der Klinik gerade machen durfte und auch zwei der Tests (WURS-K und BDI).
    Aber ich werd mich schon noch aufraffen.

    • dieandereperspektive schreibt:

      Diese Tests werden gerne gemacht, weil sie sehr oft in Kombination zu Autismus vorkommen, denn das sind u.a.die Spuren, die im Laufe der Zeit hinterlassen werden. Es ist lediglich eine Gewissheit, was du damit machst bleibt dir selbst überlassen.

  5. gedankenkarrussel schreibt:

    Eine Depression hab ich definitiv – zumindest von den Symptomen her. Bloß ob das jetzt organisch ist oder von nicht-diagnostiziertem Asperger kommt oder von der Sozialen Phobie oder von sonstwas, bleibt erstmal offen… und ADS (darauf zielt doch der WURS-K meines Wissens ab) wurde in der Klinik definitiv ausgeschlossen – seh ich auch so, auch wenn ich beim Beantworten der Fragen teilweise meine Probleme hatte, weil ich mich nicht mehr so genau an meine Grundschulzeit erinnere.

    • dieandereperspektive schreibt:

      Ja, das kann eigentlich keiner so richtig.Da können die Eltern etwas helfen. Bei diesem Test geht es nur darum, ob eine Tendenz dazu besteht, mehr nicht. Eine Diagnose wird erst in einem Praxisbesuch gestellt, wäre auch sonst alles andere als qualifiziert. Da wird sehr gründlich vorgegangen, also keine Sorge. Du bist danach derselbe Mensch wie vorher, nur du lernst dabei besser damit umzugehen. So etwas ist immer ein zweischneidiges Schwert. Ich war vor der Diagnose glücklicher, leidet aber jetzt weniger als vorher unter den Symptomen, die sich im Laufe der Zeit summierten.

  6. chaosmaeuschen schreibt:

    Ich muss‘ hier grad mal ne Frage loswerden: Kennst du die Serie „Boston Legal“? Mit diesem Anwalt, der x Ticks hat und „angeblich“ Asperger? Seit du hier darüber geschrieben hast, hab‘ ich da mal nachgelesen zu (echt interessantes Thema übrigens)… und gestern aus verzweifelter Suche nach Ablenkung mal wieder die Serie geguckt und: Der hat doch gar kein Asperger oder? Bzw. das, was man mitkriegt, worum es immer geht… das ist doch was anderes, oder? Sozialphobie und multiple Ticks oder so…

    • gedankenkarrussel schreibt:

      Nein, ich kenn die Serie nicht – ich schau praktisch nicht fern. Erstens interessieren mich Filme irgendwie nicht und zweitens versetzt mich Filme schauen schon beinahe in Panik. So genau sagen, warum, kann ich nicht, aber wenn man mich zwingt (früher in der Schule oder so), war es der blanke Horror, ich wäre vor Panik immer beinahe vergangen.
      Ich hab jetzt mal kurz nach der Serie + Asperger gegooglet. Na ja… ist umstritten, inwieweit er „typisch“ ist und ob nicht noch mehr dazu kommt (z.B. Tourette). Wobei Asperger halt ungefähr so viele Ausprägungen hat, wie es Menschen gibt…
      Und klar gibt es immer auch Überschneidungen zu anderen Diagnose (wie ADHS oder Soziale Phobie, Tourette) genauso wie gemeinsames Vorkommen mit diesen.
      Darum ist es ja auch so schwer, Asperger zu diagnostizieren, besonders im Erwachsenenalter, wo die meisten Aspies schon viel an Kompensation gelernt haben.
      Und deshalb ist es mir auch so wichtig, zu einer wirklich kompetenten Stelle zu kommen, gerade weil ich kein absolut eindeutiger „Fall“ bin.

  7. Pingback: Bloggeburtstag | Gedankenkarrussel

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