Alltägliches

Immer hat man mit Menschen zu tun.
Immer sind Menschen da.
Ich möchte ja Kontakt haben.
Nach Veranstaltungen – Vorlesungen, Gottesdienst, Konzert.
Wie verhalte ich mich?
Wie verbringe ich die Zeit, wenn das offizielle Programm rum ist?
Ein bisschen mit dem Sitznachbarn reden.
Hoffen, dass jemand da ist, an den ich mich „anhängen“ kann, wo ich weiß, dass ich willkommen bin, wo ich weiß, dass ich mich einfach dazu stellen darf.
Was, wenn so jemand nicht da ist?
Hoffen, dass jemand mich anspricht.
Allen Mut zusammennehmen und vielleicht doch irgendwo dazu gehen.
Eine Beschäftigung suchen.
Oder wenn möglich flüchten.
Ich muss jetzt leider nach Hause.
Raus aus der Situation.
Denn was denken die anderen, wenn ich so alleine da stehe?
Das sieht doch doof aus.
Reden sie über mich?
Erwarten sie, dass ich auf sie zugehe?
Oder bemerken sie mich überhaupt nicht?
Wäre ja eigentlich gut.
Aber eigentlich wünsche ich es mir ja auch.
Möchte dabei sein.
Aber weiß nicht, wie.
Habe Angst, wenn ich dabei bin.
Finde keinen Mittelweg.
Rede entweder zu viel oder gar nicht.

Es geht besser, wenn ich „offiziell“ ein Aufgabe, eine Funktion habe.
Wenn ich weiß, was ich machen soll, kann und darf.
Dann fühle ich mich „im Recht“, auf Leute zuzugehen, sie anzusprechen, dabei zu sein.
Dennoch sind insbesondere Situationen mit Feedback oder Bewertung schwierig.
Es geht besser, wenn ich mich in einer Umgebung sicher fühle.
Sicher bin, dass die Leute mir wohlwollend gegenüberstehen, mich erstmal so annehmen, wie ich bin.
Es geht besser, wenn ich von einer Sache wirklich überzeugt bin, sie mir wichtig ist.
Da fühle ich mich dann wieder „berechtigt“, meine Meinung zu vertreten.

In der Klinik.
Außerhalb des Programms.
Dasselbe Problem wie oben.
Nerve ich Leute, mit denen ich mich unterhalte?
An welchen Tisch setze ich mich?
Was esse ich? Wie viel?
Was denken die anderen darüber, was ich esse?
Und was ich nicht esse.
Wollen sie mit mir reden?
Worüber?
Ich starre unhöflich auf meinen Teller.
Wenn ich am Wochenende nicht zum Kaffeetrinken gehe, ärgere ich mich über mich selbst.
Ich möchte ja dabei sein, möchte Kontakte haben.
Will mich nicht in meinem Zimmer einigeln.
Dazu bin ich eigentlich nicht hingefahren.
Aber ich kann es einfach nicht.
Und keiner merkt es, wenn kein Zimmergenosse da ist.
Wenn jemand da ist, dann habe ich Glück, kann mit jemandem zusammen runtergehen.
Das klappt meistens.

Das ist ein weites (Trainings-)Feld.

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Über gedankenkarrussel

zwischen 25 und 35, Christ, naturwissenschaftlich interessiert, Aspergerautistin im Kampf mit der Müdigkeit... (darüber schreibe ich mehr in meinem Blog https://gedankenkarrussel.wordpress.com/ )
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