Depression

Müde.
Kraftlos.
Ich kann mich zu nichts aufraffen.
Ich möchte ja eigentlich.
Aber es geht einfach nicht.
Ich ärgere mich über mich selber.
Denke „reiß dich doch mal zusammen“.
Finde „ich hab doch keinen Grund, dass es mir nicht gut geht“.
Bekomme aber kaum was auf die Reihe.
Die Wohnung ein Chaos.
Das Bücherregal uninteressant.
Lernen – Fehlanzeige.
Nichts kommt mehr an mich ran.
Das erschreckt mich.
Mir sind doch andere Menschen und wie es ihnen geht nicht egal.
Doch manchmal fühlt es sich so an.
Bin ich wie unter einer Glasglocke.
Möchte nur noch schlafen. Schlafen. Schlafen.
So müde.
Viele Nächte sind schlecht.
Über 6 Stunden Schlaf kann ich mich freuen.
Oft ist es weniger.
Aber müde bin ich dennoch immer, auch wenn ich viel schlafen konnte.
Alles scheint schwarz und hoffnungslos.
Ich habe das Gefühl, dass es nie mehr besser wird.
Seit Jahren bin ich nur am Kämpfen.
Ich mag nicht mehr.

Aufgeben zählt nicht.
Es ist nicht meine Entscheidung, wann mein Leben beendet ist.
Sondern Gottes.
Gott, ich verstehe dich nicht.
Warum antwortest du nicht auf meine Gebete?
Ich bitte ja gar nicht mehr darum, dass du die Depression wegnimmst.
Sondern dass ich in all dem Mist dennoch spüre, dass du da bist.
Aber das ist so selten der Fall.
Ich klammere mich trotzig an dich.
Denke, dass ich manche Probleme ohne dich nicht hätte.
Manche Zweifel gäbe es nicht.
Ich müsste mich nicht fragen, warum du meine Gebete (scheinbar?) nicht erhörst.
Aber es geht auch nicht ohne dich.
Irgendwie weiß ich, du bist da.
Du stellst mir Menschen in den Weg, die mir deine Liebe und Wertschätzung weitergeben.
Die für mich da sind.
Du bist da, wenn ich einsam, allein, traurig, verzweifelt bin.
Ich kann dir alles klagen.
Ich weiß, irgendwann wird alles gut sein.
Und die Ewigkeit ist viel länger als mein irdisches Leben hier.

Ich möchte Kind sein.
Keine Verantwortung haben.
Keine Entscheidungen treffen müssen.
Keiner erwartet was von mir.
Wenn ich müde oder traurig bin, darf ich zu Mama gehen und knatschen und werde getröstet.

Bei Gott darf ich so ein Kind sein.
Darf zum Vater kommen.
Ihm meine Trauer und Ängste sagen.
Mich trösten lassen.
Ich weiß das alles ja.
Theoretisch.
Dennoch scheint Gott oft so fern.
Ist nicht so fühlbar wie ein Mensch.
Und dennoch immer da.

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Über gedankenkarrussel

zwischen 25 und 35, Christ, naturwissenschaftlich interessiert, Aspergerautistin im Kampf mit der Müdigkeit... (darüber schreibe ich mehr in meinem Blog https://gedankenkarrussel.wordpress.com/ )
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